Seite drucken
Heft 2/2012

Green 2/2012

DETAIL Green 2/2012

In den letzten Monaten hat sich in Deutschland ein bemerkenswerter Bewusstseinswandel vollzogen. Endlich ist die »Energiewende« hin zu einer Lebens- und Wirtschaftsweise ohne fossile und atomare Energien zum Gegenstand sehr konkreter öffentlicher Diskussionen geworden. Statt um bloße politische Absichtserklärungen geht es nun endlich um die Ziel- und Interessenskonflikte, Finanzierungsfragen und kulturellen Konsequenzen, die eine solches Jahrhundertprojekt unweigerlich mit sich bringt.

Diese Entwicklung ist manchmal schmerzhaft, aber notwendig und begrüßenswert. Sie erfordert aber auch erhöhte Achtsamkeit, gerade unter Fachleuten. Sonst werden gut gemeinte Lösungsansätze torpediert und Vorurteile gefällt, wo eigentlich Differenzierung angebracht wäre. Beispiele hierfür hat es in den vergangenen Jahren zuhauf gegeben. Die bisweilen recht blinde Polemik gegen Wärmedämmung zählt ebenso dazu wie die Dämmung von Altbaufassaden ohne gestalterischen Sachverstand.  Achtsamkeit ist auch vonnöten, damit die Energiediskussion nicht den Blick auf das große Ganze verengt. Themen wie Wassermanagement oder Biodiversität sind mindestens ebenso wichtig wie der Klimaschutz. Hinzu kommen die sozialen und ökonomischen Fragen des nachhaltigen Bauens: Wie lässt sich die Gentrifizierung ganzer Stadtquartiere stoppen? Wie verhindern wir künftig Spekulationsblasen im Immobilienmarkt, die – etwa an Spaniens Mittelmeerküste — Tausende leer stehender Neubauten haben entstehen lassen? Und wie erhalten wir uns in heutigen Neubauten, deren Zusammensetzung oft genug einem unbekannten Chemikaliencocktail gleicht, die sprichwörtliche »Luft zum Atmen«?

Die aktuelle Ausgabe von DETAIL Green blickt bewusst über die Grenzen der Energiedebatte hinaus. Sie zeigt Gebäude, die Lösungen anbieten für den effizienten Umgang mit Wasser, gesunde Innenräume und mehr Biodiversität in unseren Städten. Diese Beispiele unterstreichen aber auch, dass es nicht ausreicht, nur die »Hausaufgaben« des ökologisch nachhaltigen Bauens zu erledigen. Es ist überfällig, dass die Architektur wieder die positiven Potenziale der eigenen Disziplin in die Debatte einbringt. Denn der Mensch hat nun einmal zwei Hirnhälften, von denen die linke der rationalen Problemlösung dient und die rechte der Wahrnehmung, Intuition und Kreativität. Nur mit Gebäuden, die beide Gehirnhälften gleichermaßen begeistern, hat nachhaltiges Bauen eine Zukunft.

01.11.2012
Übersetzungen aus Heft 2/2012
Französisch (432,29 KB)
Italienisch (308,60 KB)
Inhalt aus Heft 2/2012

Qualitätsmanagement für gesunde Innenräume

S. 54

Luft ist unser wichtigstes Lebensmittel. Ohne Wasser überleben wir drei Tage, ohne Essen bis zu drei Monate. Ohne zu atmen, ...

mehr

Die EnEV 2012 auf dem Prüfstand der Wirtschaftlichkeit

S. 76

Die noch gültige deutsche Energieeinsparverordnung von 2009 (EnEV 2009) ist bereits wieder fortzuschreiben. So fordert es die EU-Gebäuderichtlinie 2010, die ...

mehr

Vertragsgestaltung und Haftung im wohngesunden und nachhaltigen Bauen

S. 60

Immer mehr Bauprojekte werden unter den Aspekten der Wohn- oder Baugesundheit oder der Nachhaltigkeit geplant und realisiert. Doch weder ...

mehr

Ressourcenschonung durch Synergie: Hochbauten in Holz-Hybridbauweise

S. 48

Mehrgeschossige Bauten werden weltweit nach wie vor selten aus Holz gebaut. Baurechtliche und brandschutztechnische Vorschriften verhindern bislang Bauhöhen ab vier ...

mehr

Abschied von der Verzichtsästhetik: Die Bauten des Solar Decathlon 2012

S. 4

Zum zweiten Mal fand im September 2012 – kurz vor Redaktionsschluss der DETAIL Green-Ausgabe 2-2012 – der Solar Decathlon Europe ...

mehr

Elektromobil in die Sackgasse?

S. 16

Mehr als ein Dutzend Plusenergiehäuser haben deutsche Fertighausanbieter bereits im Angebot, Tendenz steigend. Damit beginnt sich, schneller als von vielen ...

mehr
Produktmeldungen aus Heft 2/2012
Architektur

Bauteilaktivierung auch im Ziegelbau

Um eine Bauteilaktivierung auch in Ziegelbauten zu ermöglichen, haben die Ziegelwerke Leipfinger-Bader das Flächenheizsystem »Unitherm« entwickelt.

mehr
Architektur

Vielseitiges Heiz- und Kühlsystem

Das Flächenheiz- und Kühlsystem Krauthöfer-thermoflair besteht aus Holzwerkstoffplatten mit integrierten Leitungen für warmes oder kaltes Wasser.

mehr
Architektur

Raumklimadecken auch für den Altbau

Sogenannte Raumklimadecken zum Heizen, Kühlen und Lüften waren bislang vor allem als massive, Wärme speichernde und übertragende Ziegel- und Betondecken ...

mehr
Architektur

Arbeiten mit LED

Hohe Flexibilität und einen geringen Energieverbrauch bietet das LED-Lichtband Coriflex von Trilux, das neben Büros auch für Industriehallen und Verkaufsräume ...

mehr
Architektur

Zweimal flache Bürobeleuchtung

Zwei neue, flächige LED-Deckenleuchten hat Osram vorgestellt. Die Leuchte Mira (oben) besitzt eine Abdeckscheibe mit Prismenstruktur, hinter der wahlweise LED ...

mehr
Architektur

Neue LED-Stehleuchten

Mit dem Anspruch, einen Doppelarbeitsplatz bei hoher Lichtqualität komplett mit LEDs auszuleuchten, hat Waldmann die Stehleuchten Tycoon und Ataro weiterentwickelt. ...

mehr
Architektur

Mit LED nachgerüstet

Fagerhult bietet das bereits länger erhältliche Leuchtensystem Notor nun auch in einer LED-Version an. Die Leuchteneffizienz sei durch die Umstellung ...

mehr
Architektur

Gründach als Teil der Landschaft

Beim Bauen in landschaftlich sensiblen Kontext empfiehlt es sich, ein Gebäude äußerlich so wenig wie möglich in Erscheinung treten zu ...

mehr
Architektur

Gründachbahn weiterentwickelt

Mit Rhepanol hg hat FDT die eigenen Angaben zufolge erste, für Gründächer geeignete Dachbahn aus Polyisobutylen (PIB) entwickelt.

mehr
Architektur

(Wärme-)Brückensperrung

Durch neu entwickelte thermische Trennelemente lässt sich das vorgehängte hinterlüftete Fassadensystem (VHF) StoVentec jetzt praktisch ohne Wärmebrücken montieren.

mehr
Architektur

Isokorb für Sanierungsfälle

Seit Anfang 2012 bietet Schöck eine neue Produktreihe für Balkonsanierungen an. Die Isokörbe der Reihe R erlauben die thermische Trennung ...

mehr
Architektur

Innendämmung – auch für Feuchträume

Auch für die Anwendung in Feucht- und Nassräumen und unter Fliesenoberflächen geeignet ist die Innendämmung TecTem Insulation Board Indoor von ...

mehr
Architektur

Wandelemente aus Holzbeton

Durch ihr geringes Gewicht sowie eine gute Schall- und Wärmedämmung zeichnen sich laut Hersteller die Doppelwände aus Holzbeton der österreichischen ...

mehr
Architektur

Alternative zu WDVS

Mit Biotherm bietet die Haga AG einen rein aus pflanzlichen und mineralischen Bestandteilen bestehenden Dämm- und Entfeuchtungsputz für die Innen- ...

mehr
Architektur

Modulares Oberlichtsystem

Für großflächige Dachverglasungen in Schulen, Bürogebäuden und anderen Nichwohnbauten hat Velux gemeinsam mit dem Architekturbüro Foster + Partners ein komplett ...

mehr
Architektur

Verschattung für Dachverglasungen

Für die Verschattung geneigter, schwer zugänglicher Fensterflächen hat Multifilm Innenrollos mit einer 24-Volt-Gegenzugtechnik entwickelt.

mehr
Architektur

Passivhaustaugliche Schrägverglasung

Das »Lamilux CI-System Glasarchitektur PR 60« von Lamilux hat als erstes System für Dach- und Schrägverglasungen vom Darmstädter Passivhaus Institut ...

mehr
Architektur

Lichttransmission optimiert

Nicht nur die Intensität, auch die richtige spektrale Zusammensetzung des Lichts kann das menschliche Wohlbefinden beeinflussen.

mehr
Architektur

Gedämmt vom Dach bis zur Garage

Ein Plusenergiehaus hat Norbert Fisch, Professor für Gebäude- und Solartechnik an der TU Braunschweig, gemeinsam mit den Architekten Berschneider + ...

mehr
Architektur

Holzdenkmalfenster ohne Wärmebrücken

Denkmalgerechtes Sanieren ohne Abstriche am Wärme- und Schallschutz verspricht Kneer-Südfenster mit seinem Holzdenkmalfenster HDF 82 Stil.

mehr
Architektur

Schlankheit minimiert Verluste

Seit Januar 2012 zertifiziert das Passivhaus Institut in Darmstadt sogenannte Passivhaus geeignete transparente Bauteile nach vier Effizienzklassen.

mehr
Architektur

Fassadensanierung mit »Sonnenbrille«

Seit 20 Jahren ist das von Michael Weindel geplante Haus der Architekten in Stuttgart Sitz der baden-württembergischen Architektenkammer.

mehr
Architektur

Wirtschafliche Sanierungslösung

Mit dem RIBIC Dämmfassadensystem hat die Foppe Metallbaumodule GmbH eine wirtschaftliche Lösung vorgestellt, um Kaltfassaden von Industrie-, Büro- oder Mehrfamilienhäusern ...

mehr
Architektur

Sonnenschutz aus Aluminiumgewebe

Leicht, großflächig und variabel in der Ausführung ist das neue Verschattungsgewebe »Licome« von GKD.

mehr
Architektur

Aluminiumfassaden als Luftreiniger

Alcoa bietet seine Fassadenpaneele vom Typ Reynobond und die einbrennlackierten Aluminiumbleche der Marke Reynolux nun auch mit einer optionalen EcoClean-Funktion ...

mehr