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Heft G1/2015

Green 1/2015

DETAIL Green 1/2015

Foto: Claudius Pfeifer – Berlin

Den Walter Gropius zugeschriebenen Satz »Gestalten heißt: in Fesseln tanzen« kann vermutlich jeder Architekt unterschreiben. Bei Bestandssanierungen sind die Fesseln üblicherweise noch etwas enger als im Neubau: Man hat es mit komplexeren technischen Anforderungen zu tun und mit noch mehr Akteuren als sonst, die mitbestimmen wollen. Gestaltungsfreiheit und öffentliche Anerkennung fallen in der Regel geringer aus als bei Neubauten. Dennoch liegt die Zukunft des Bauens im Bestand: Im deutschen Wohnungsbau etwa fließen bereits rund drei Viertel aller Investitionen in Sanierungen. ­Grund genug, erstmals (fast) eine komplette Ausgabe von DETAIL Green dem Umbauen und Sanieren zu widmen. Auch künftig wird das Thema in dieser Zeitschrift einen deutlich breiteren Raum einnehmen als bisher.


Die Gebäudebeispiele in DETAIL Green 1/2015 zeigen: Energetische Sanierung ist weit mehr als nur Wärmedämmung. Oft beginnt die Herausforderung bereits damit, einen Altbau überhaupt für weitere Jahrzehnte nutzbar zu erhalten und so vor dem Abriss zu bewahren. Dazu müssen in der Regel Baukonstruktion, Grundrisse, Erschließung, Brandschutz und vieles andere auf den heutigen Stand gebracht werden.


Aber im Umkehrschluss gilt eben auch: Ganz ohne Wärmedämmung und andere energetische Maßnahmen sind Sanierungen zumeist vergebene Chancen. In Zeiten, in denen selbst der »Spiegel« mit Titelgeschichten wie »Volksverdämmung« aufwartet, mag eine solche Aussage dem Mainstream widersprechen. Aber Herausforderungen wie Klimawandel und endliche Ressourcen sind nicht nur Hirngespinste von Politikern und irgendwelchen »Dämmlobbys«. Und ein gut sanierter Altbau verbraucht nun einmal in aller Regel weniger als halb so viel Energie wie ein unsanierter.
Keine Frage: Sanieren braucht Augenmaß – auch das unterstreichen die in diesem Heft versammelten Gebäude. Umso bedenklicher ist es, wie einseitig der Begriff »Baukultur« heute vielfach (noch) definiert wird. Bei der jüngsten Umfrage der gleichnamigen Bundesstiftung etwa assoziierten über 90 % der befragten Experten Baukultur mit dem Erhalt schützenswerter Altbauten, aber nur jeder Zweite mit Ressourcenschonung oder der Berücksichtigung sozialer Belange. Ähnlich sieht das Bild bei einer Umfrage unter Laien aus. Hier Baukultur, dort Ökologie und Soziales – dieses Auseinanderdividieren kann langfristig nicht gut gehen. Nur, wenn wir konsequent alle drei Aspekte zusammen denken, können langfristig bessere Sanierungen und Neubauten entstehen. Und wer wäre besser geeignet, diese Syntheseleistung zu vollbringen, als Architekten? (Jakob Schoof)

01.04.2015
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Hefte

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Green

Übersetzungen aus Heft 0/2015
Französisch (661,99 KB)
Italienisch (436,23 KB)
Themen aus Heft 0/2015
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Mittels aufwändiger Kernsanierung, Reorganisation des Raumprogramms und Erzeugung einer prägnanten Geste revitalisieren ANMA die National- und Universitätsbibliothek von Straßburg.

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S. 16

Die Dachaufstockung markiert ein Pionierbauwerk für die Verwendung von ultra-hochfestem Beton (UHFB) im Schweizer Hochbau.

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Tragstruktur aus Leichtbeton: Konzerthaus in Blaibach

S. 38

Die in horizontale Bänder gegliederten Sichtbetonoberflächen von Wänden und Decke prägen die Atmosphäre des Konzertsaals im revitalisierten Ortskern von Blaibach.

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Deppisch Architekten entschieden sich mit einem durchdachten Gesamtkonzept gegen eine Containerlösung. Die Komplexität von dem Erweiterungsbau des Gymnasiums liegt in ...

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Casa Minghetti: Einfamilienhaus in Gordola

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Produktmeldungen aus Heft 0/2015
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Schlankes Balkenschichtholz

Die Holzwerke Ladenburger haben ein neuartiges Balkenschichtholz vorgestellt.

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Polar- und passivhaustaugliche Dachfenster

Velux hat das erste als »zertifizierte Passivhauskomponente« für kaltes Klima eingestufte Dachfenster vorgestellt.

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Das Innenleben macht den Unterschied

Ein unscheinbares Detail mit großer Wirkung hat Wicona ins Programm genommen.

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Holzbau ohne Leim und Wärmebrücken

Musik hat in der Südtiroler Gemeinde Kastelruth eine lange Tradition: Seit 1796 spielt die örtliche Musikkapelle bei öffentlichen und privaten ...

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Holz-Beton-Bausystem für Bürogebäude

Mit ibuilding hat der Objektbau-Spezialist Brüninghoff ein neues Baukastensystem für Bürogebäude in Holz-Beton-Verbundbauweise vorgestellt.

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Aufzug statt Auszug

Mit ProSpace bietet Kone einen neuen Aufzug speziell für die Nachrüstung in Bestandsbauten an.

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Mehr Platz dank Foliendach

Ein Innenhof im Berufszentrum Grevenbroich ist durch ein Dach aus ETFE-Folienkissen zum nutzbaren Innenraum geworden.

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Vormauer-Dämmsystem für Massivwände

Vorwiegend für die Sanierung bestehender Bausubstanz hat Jasto ein neues Vormauer-Dämmsystem (VMDS) entwickelt.

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Haustüren mit Passivhauszertifikat

heroal hat für sein Haustürsystem D92 UD vom ift in Rosenheim das Passivhauszertifikat erhalten.

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Holz-Glas-Verbundfassade

UniGlas hat für seine Holz-Glas-Verbundfassade die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung beantragt.

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Mit Slimline 3S bietet Becker & Sohn eine Hebe-Schiebetür mit einer Rahmen-Ansichtsbreite von nur 50 Millimetern an.

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»Kreislauffähige« Eingangsmatten

Eingangsmatten sind Verschleißteile. Umso wichtiger ist die Frage, was nach Ablauf ihrer Lebensdauer mit ihnen geschieht.

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500 Türen für eine DGNB-Zertifizierung

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Der Mensch sehnt sich nach Abwechslung und besitzt eine angeborene Affinität zur Natur.

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Bioboden im Digitaldesign

Rizinusöl, dazu Kreide als Füllstoff – das sind die wesentlichen Rohstoffe, aus denen Windmöller den »Bioboden« Purline herstellt.

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Linoldruck einmal andersherum

Beim herkömmlichen Linoldruck wird der Druckstock aus Linoleum angefertigt. Nun hat Armstrong den Spieß einmal umgedreht und mit »Naturecore« die ...

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Neue Lehmoberflächen für Innenräume

Conluto hat sein conlino-Programm für die Innenraumgestaltung mit Lehm um weitere Produkte und Farben erweitert.

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Neuer Feuchtespeicherputz entwickelt

Gemeinsam mit der Eidgenössischen ­Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) hat Sto das neue Kalkputzsystem StoCalce Functio entwickelt.

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Fliesenveredelung für bessere Raumluft

Die Deutsche Steinzeug bietet für ihre Keramikfliesen-Marken Agrob Buchtal und Jasba die sich selbst und die Raumluft reinigende HT-Veredelung an. ...

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Extra schlanke Innendämmung

Für die Innendämmung von Gebäuden, bei denen das Platzangebot im Innenraum beschränkt ist, bietet Unger-Diffutherm die Dämmplatte UdiIn an.

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PUR-Dämmstoff für WDVS zugelassen

Das Deutsche Institut für Bautechnik hat dem Dämmstoff purenotherm eine allgemeine Dämmstoffzulassung für Wärmedämmverbundsysteme erteilt.

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Recyclingkonzept für Deckenplatten

Armstrong bietet seit Herbst 2014 das Recycling von alten, sauberen und nicht kontaminierten Deckenplatten an.

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Plusenergiehaus mit schlanker Dämmung

Das Aktivhaus »B10« am Stuttgarter Weißenhof erzeugt das Doppelte seines eigenen Energiebedarfs aus erneuerbaren Quellen.

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Sichere Vorwandmontage für Fenster

Um Wärmebrücken zu vermeiden, müssen Fenster vor der tragenden Außenwand in der Dämmebene montiert werden.

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Betondecken für den Holzbau

Um die Vorzüge des Holzbaus mit dem erhöhten Schall- und Brandschutz von Massivbeton zu verbinden, hat Dennert eine Fertigteildecke entwickelt.

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Bambus für Fenster- und Möbelbau

Eine breite Palette an Bambusbalken für Fenster- und Möbelbau sowie die Innenarchitektur bietet der niederländische Hersteller Moso an.

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Architektur

Mit Isokorb zum Passivhausstandard

Bis 2022 soll auf dem Areal des ehemaligen Heidelberger Güterbahnhofs die weltweit größte Passivhaussiedlung entstehen.

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Dämmzarge für den Fenstereinbau

Mit der Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) im Jahr 2016 werden auch die Anforderungen an Wärmebrücken im Fensterbereich steigen.

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Minus 40 Prozent beim U-Wert

Austrotherm Resolution, ein neuartiger Dämmstoff aus Resol-Hartschaum, wartet mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,022 W/mK auf.

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25000 Quadratmeter neues Leben

Eine bemerkenswerte Metamorphose hat der »Schuppen Eins« im Bremer Überseequartier hinter sich.

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Erstes Hanffaser-WDVS

Caparol hat nach zwölfjähriger Entwicklungszeit das erste Wärmedämmverbundsystem mit Dämmplatten aus Hanffasern vorgestellt.

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Dämmputz für Neubau und Sanierung

Für Sanierungen, aber auch für die zusätzliche Dämmung von einschaligem Mauerwerk bei Neubauten hat Saint-Gobain Weber den Dämmputz weber.dur 142 ...

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Holzfaserdämmsystem für die Fassade

Mit Gutex Durio hat der Dämmstoffhersteller Gutex ein neues, vorgehängtes Fassadendämmsystem speziell für Sanierungen vorgestellt.

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Architektur

Schnelldämmung für die Geschossdecke

Über ein ungedämmtes Dach können bis zu 30 Prozent der Heizenergie im Gebäude verloren gehen.

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Architektur

Sonnenschutzglas im »vertikalen Wald«

Der »International Highrise Award«, den die Stadt Frankfurt, das Deutsche Architekturmuseum und die DekaBank vergeben, ging nach Mailand.

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