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Gesundheitsbau statt Krankenhaus - überregionale Fachvortragsreihe

Der medizinische Fortschritt ist einer der Schlüsselfaktoren des demografischen Wandels: Ein heute in Deutschland geborenes Kind hat eine Lebenserwartung von rund achtzig Jahren. Das Gesundheitswesen boomt. Und mit ihm die gebaute Infrastruktur, die sich stetig an die neusten medizinwissenschaftlichen Erkenntnisse anpassen muss. Architekten, die im Bereich des Gesundheitsbaus tätig sind oder ihr Tätigkeitsfeld erweitern beziehungsweise spezifizieren wollen, bietet die Vortragsreihe "Gesundheitsbau statt Krankenhaus" die Möglichkeit, sich weiter zu bilden. Denn an diesem Trend wird sich mittelfristig nichts ändern – im Gegenteil.

Die Vortragsreihe verschafft einen Überblick über die maßgeblichen Trends und Entwicklungspotenziale des Themas "Gesundheitsbau". In vier verschiedenen Städten werden Experten des Gesundheitswesens und des Klinikbaus ihre Fachgebiete ausführlich und differenziert vorstellen sowie auf aktuelle Konzepte wie „Healing Environment“ oder „Green Hospital“ eingehen.
Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Eine Anmeldung ist daher erforderlich. Einen Link zur Anmeldung finden Sie unter der Adresse des jeweiligen Veranstaltungsortes. Die Anerkennung als Fortbildungsveranstaltung ist bei den Landesarchitektenkammern angefragt.

Hamburg, 17. September 2013
Asklepios Klinik Barmbek
Seminarraum 1-2
Rübenkamp 220, 22291 Hamburg

Berlin, 19. September 2013
Berliner Medizinhistorisches Museum
Hörsaalruine, Eingang: Virchowweg 16
Campus Charité Mitte, 10117 Berlin

Frankfurt, 26. September 2013

Deutsches Architekturmuseum, Auditorium
Schaumainkai 43, 60596 Frankfurt

München, 18. Oktober 2013

+++ Die Veranstaltung ist ausgebucht. +++ Eine Anmeldung ist leider nicht mehr möglich. +++
Vorhoelzer Forum
Raum 5170, Institutsbau, Arcisstr. 21, 5. Obergeschoss, 80333 München

PDF-Download
 des Programms


Farbige Flurgestaltung Manus-Klinik in Krefeld, Foto: Caparol/landesfoto.de

Zukunft Klinik: Trends im Krankenhausbau
Prof. Linus Hofrichter
sander.hofrichter architekten, Ludwigshafen

Ärzte weiß – Räume weiß?
Simone Ferrari, Petra Ruhnau, Margit Vollmert
FarbDesignStudio Caparol

Herausforderung Gesundheitsbau: Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Wohlbefinden im Fokus
Stefan Tefke, Asklepios Klinik Barmbek
Volker Müller, Asklepios Klinik St. Georg Hamburg

Herausforderung Intensivmedizin – der ganzheitliche Heilungsprozess im Fokus
Ingrid Maßwig
Charité Facility Management, Berlin

Improving care facilities with new lighting solutions
Hannelore Herremans, Gaby Meekes
Philips Healthcare Lighting

Intelligente Gebäudetechnik für mehr Komfort, Sicherheit und Kosteneffizienz
Helmut Frank,  Dietmar Thorn
Gira, Giersiepen

Schwerpunkt Hamburg:
Implementierung von Nutzerbelangen in den Planungsprozess
Christoph Gatermann, HDR TMK Planungsgesellschaft mbH, Düsseldorf

Schwerpunkt Berlin und Frankfurt/Main:
Perspektive Innenarchitektur im Krankenhaus
Sylvia Leydecker, 100% interior, Köln

Schwerpunkt München:
Healing Architecture – Auswirkung des gebauten Raums auf den Genesungsprozess
Prof. Hans Nickl, Nickl & Partner Architekten, München

PDF-Download des gesamten Programms


Die Vorträge im Detail:

Prof. Linus Hofrichter, sander.hofrichter architekten, Ludwigshafen

Unter dem Stichwort „Healing Environment“ werden all jene „weichen Faktoren“ zusammengefasst, die für die Genesung eines Patienten eine inzwischen wissenschaftlich nachgewiesene wichtige Rolle spielen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Berücksichtigung der Bedürfnisse in ihren Bewegungs- und Wahrnehmungsmöglichkeiten eingeschränkter Personen, deren Anteil an der Bevölkerung mit wachsendem Durchschnittsalter stetig steigt. Auch die Atmosphäre der Räume, in denen sich erkrankte Menschen aufhalten, deren Lichtverhältnisse oder der Ausblick aus dem Fenster sind mitentscheidend im Genesungsprozess. Gleichzeitig geht es beim Krankenhausbau aber auch um effiziente Planung: Kurze Wege, eine sinnvolle Verknüpfung zusammenhängender Funktionsbereiche oder die Trennung von ambulant und stationär untergebrachten Patienten sind relevante Planungsparameter. Räumliche Erweiterungsmöglichkeiten und die Integration neuer Funktionsbereiche sollten bei der Planung ebenfalls berücksichtigt werden, weshalb flexible Strukturen vorteilhaft sind. Professor Hofrichter wird in seinem Vortrag die differenzierten Planungsanforderungen moderner Klinikbauten vorstellen und diese anhand eigener Projekte beispielhaft erläutern.

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Simone Ferrari, Petra Ruhnau, Margit Vollmert, FarbDesignStudio Caparol

Der Aspekt des „Healing Environment“ wird von den Farbexpertinnen im Bereich der atmosphärischen Dimension zum Thema Farbe vertieft. Bezug nehmend auf die Wahrnehmungsprozesse des Menschen wird unter anderem zu folgenden Fragen Stellung bezogen: Was passiert mit dem Menschen in einem weißen Raum, was in einem farbigen Raum? Wie reagieren wir auf unterschiedliche Farben und Töne? Welche Orientierungshilfen können durch den Einsatz von Farbe gewährt werden? Wie kann man eine den Regenerationsprozess fördernde Stimmung erzeugen? Welche Farben und Töne bevorzugen ältere Menschen und warum?

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Stefan Tefke / Volker Müller, Asklepios Klinik Barmbek / Asklepios Klinik St. Georg Hamburg

Am Beispiel der Asklepios-Kliniken in Barmbek und Hamburg werden die Referenten unter anderem das Konzept des „Green Hospital“ erläutern. Dabei geht es vorrangig um Wirtschaftlichkeit, um Energieverbrauch und Lebenszykluskosten, die bei einem Krankenhaus – zum Beispiel durch redundante Stromkreisläufe – um eine Vielfaches höher sind als bei technisch einfacher ausgestatteten Gebäuden. Potenzielle Einsparmöglichkeiten bieten sich hier beispielsweise beim Einsatz leicht zu reinigender Oberflächen an, im Bereich der Lichtplanung kommt der Lichtausbeute ein erheblicher Stellenwert zu und auch der Lichtreflexionsfaktor von Farbflächen spielt eine große Rolle beim Energiebedarf. Gleichzeitig umfasst das Thema Nachhaltigkeit des „Green Hospital“ auch Aspekte des Wohlbefindens, diese „weichen Faktoren“ mit den „harten Zahlen“ in Einklang zu bringen, gehört zu den großen Herausforderungen des Konzepts.

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Ingrid Maßwig, Geschäftsführerin des Charité Facility Management, Berlin

Im Rahmen der Panels in Berlin wird der Gesundheitsbau mit einem Fokus auf den Bereich der Intensivmedizin beleuchtet: Vorgestellt wird ein Forschungsprojekt am Virchow-Klinikums in Berlin, in dem es um die Ausstattung zweier Patientenräume der Intensivstation geht. Hintergrund ist die Erfahrung, dass die Vulnerabilität – und in Folge die Gefahr der Selbstschädigung – schwerstkranker Patienten sehr hoch ist, weshalb sie auf der Intensivstation meist in ein künstliches Koma versetzt werden. Dadurch steigt allerdings die Infektionsgefahr der Patienten sowie langfristig die Gefahr von kognitiven Schäden. Mit Hilfe der Neugestaltung, bei der auch neuste Medientechnologie zum Einsatz kommt, soll die Sedierung der Patienten verzichtbar werden. Neben einer Medienleinwand als Licht- und Projektionsdecke sowie für ein Biofeedback sind ein wohnliches Ambiente, der weitgehende Verzicht auf sichtbare technische Geräte sowie eine Reduktion der Geräuschkulisse Hauptelemente des Konzepts. Für die Innenarchitektur zeichnen GRAFT Architekten (Berlin) verantwortlich, das Mediendesign stammt von der Agentur Art + Com (Berlin).

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Hannelore Herremans, Gaby Meekes, Philips Healthcare Lighting

Der Vortrag legt den Schwerpunkt auf die Lichtplanung im Krankenhausbau. Dabei wird die Lichtplanerin Gaby Meekes sowohl auf gesundheitsrelevante Aspekte von Licht und Lichtqualität eingehen als auch auf energetische Gesichtspunkte wie Lichtausbeute und CO2-Emissionen. Neben LED-Steuerungs- und Kontrollsystemen geht es um gesundheitsfördernde Eigenschaften intelligenter Lichtplanung wie besserer Schlafrhythmen der Patienten, höheres Wohlbefinden des Personals, verbesserte Sicherheitsbedingungen oder auch ein einladendes Ambiente – beispielsweise durch gefühlt verkürzte Wartezeiten dank kluger Lichtgestaltung.


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Christoph Gatermann, HDR TMK Planungsgesellschaft mbH, Düsseldorf

Das Büro HDR TMK ist spezialisiert auf Bauten des Gesundheitswesens. Einen besonderen Fokus richten die Architekten auf die Optimierung von Planungsprozessen, die im komplexen Gefüge des Klinikbaus eine besondere Rolle einnehmen. Im Vortrag von Christoph Gatermann wird es um betriebsübergreifende Prozesse gehen. Dazu gehören unter anderem die Fragen, wann welche Nutzer in die Planung einbezogen werden.

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Sylvia Leydecker, Innenarchitektin BDIA AKG, 100% interior, Köln

100% interior arbeitet mit einem Schwerpunkt in der Ausstattung von Bauten des Gesundheitswesens – Pflege- und Seniorenheime gehören ebenso dazu wie Krankenhäuser. Das Schöne daran: Man sieht es ihnen (fast) nicht an. Vielmehr hat man hier den Eindruck, man befände sich in einem Fünf-Sterne-Hotel. Und genau das kann ein Ziel der Innenarchitektur von Gesundheitsbauten sein: Neben hygienischen und technisch-funktionalen Aspekten spielt die Atmosphäre eines Hauses gerade bei Regeneration und Pflege eine große Rolle, ältere Menschen haben andere ästhetische Bedürfnisse als jüngere. Frau Leydecker wird Planungsbeispiele aus ihrer Praxis vorstellen und neben Aspekten der Zusammenarbeit mit Architekten und Technikern einen Fokus auf so genannte "intelligente Materialien" legen.

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Prof. Hans Nickl, Nickl & Partner Architekten, München

In seinem Beitrag wird Professor Nickl den Bogen von städtebaulichen Aspekten des Krankenhausbaus über politische bis zu sozialen Gesichtspunkten der Planung im Gesundheitswesen spannen. Dabei wird es um das Klinikgebäude als „Stadt in der Stadt“ ebenso gehen wie um die besondere Stellung des Krankenhauses für die soziale und kulturelle Identität einer Stadt. Auch den Einfluss politischer Entscheidungen wie die Regelung der Gesundheitsfürsorge oder gesellschaftliche und technische Entwicklungen werden dargestellt und anhand von Beispielen aus der Praxis des Klinikbaus erläutert.

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30.08.2013