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Themen

Architektur | Themen | Heft 9/2013

Haptische Hülle: Parkhaus von HPP Architekten in Leipzig

Der Zoo Leipzig ist mit rund 1,3 Millionen Besuchern pro Jahr einer der beliebtesten Tierparks in Deutschland. Für die zahlreichen Zoogäste entstand bereits 2004 ein mit einer Bambushülle verkleidetes Parkhaus mit 536 Plätzen. Um dem erhöhten Stellplatzbedarf durch die neue Tropenhalle Gondwanaland und die erweiterte Kongresshalle gerecht zu werden, wurde das bestehende Parkhaus um einen Neubau für fast 800 Stellplätze ergänzt.

Architekten: HPP Architekten, Düsseldorf
Standort: Parthenstraße, D-04105 Leipzig

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Fassadenwelle, Foto © PUNCTUM/ B. Kober

Das neue Parkhaus Zoo ist ein eigenständiger Baukörper, der das bestehende Parkhaus nach Norden hin erweitert. In puncto Gestaltung bezieht er sich auf den ersten Bauabschnitt. Wie sein Vorgänger präsentiert er sich mit einer Hülle aus vielen tausend Bambusstäben, die einen haptischen Bezug zur exotischen Erlebniswelt des Zoos herstellen.

Der Erweiterungsneubau verfügt über fünf Parkebenen (UG, EG, 1.-3.OG), die auf einer Bruttogrundfläche von ca. 5.700 m² insgesamt 795 Parkplätze aufweisen. Die Zufahrt erfolgt auf EG-Ebene über das vorhandene Parkhaus des ersten Bauabschnitts, die Ausfahrt über drei zur Löhrstraße hin platzierten Ausfahrtsspuren. Die innere Erschließung ist über einen Einbahnverkehr organisiert, je eine Auffahrts- und Abfahrtsspindel realisieren die Verbindung der Geschossebenen. Dank der stützenfreien Innenbereiche bleibt die Markierungsweite für die 2,50 m breiten Stellplätze flexibel.

Das Parkhaus verfügt über drei notwendige Treppenhäuser, einen repräsentativen Haupttreppenraum mit Anbindung an den Zoo-Haupteingang und zur Kongresshalle, sowie zwei weitere Rettungstreppenhäuser. Die Rettungswege befinden sich wie beim ersten Parkhaus zwischen den Parksträngen bzw. neben den Fahrgassen in Fußwegbereichen, die von den Fahrspuren separiert sind.

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Lageplan Bauabschnitt 1+2, Grafik: HPP Architekten

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Ansicht Pfaffendorferstraße; Das Haupttreppenraum ist geschosshoch verglast.
Foto © PUNCTUM/ B. Kober

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Treppenanlage
Fotos © PUNCTUM/ B. Kober

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Je eine Aufahrts- und Abfahrtsspindel realisieren die Verbindung der Geschossebenen.

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Die Rampen weisen eine Neigung von 9 % bei 3 % Querneigung auf, Foto © PUNCTUM/ B. Kober

Das Gebäude wurde als Stahlskelettbau konzipiert. Die Geschossdecken sind als Halbfertigteilelemente ausgeführt, lediglich im Bereich der Lasteintragung in aussteifende Bauteile und der Übergänge zwischen den verschiedenen Achssystemen wurde Ortbeton eingesetzt. Die Lastweiterleitung übernehmen die Stahlunterzüge und -stützen. Die Stabilisierung des Gebäudes erfolgt über die Wände der Haupttreppenhäuser und Rotunden sowie die entlang der Gebäudefuge angeordneten Verbände. Die äußeren Deckenränder nehmen einen umlaufenden Stahlträger HEA 200 als Fassadenprofil auf. Im Bereich der Längsfassaden, entlang der Pfaffendorfer- und der Löhrstraße, folgt dieses modulweise zusammengesetzte, gebogene Profil der Wellenform der Fassade.

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Baustellenfoto: HPP Architekten

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Die Auf- und Abfahrtsspindeln sind mit Betonwänden umschlossen, um die Fahrgeräuschausbreitung zu verhindern, Baustellenfoto: HPP Architekten

Die für die Fassade eingesetzten Bambusstäbe haben einen Durchmesser von 8- 12 cm und wurden zwischen den umlaufenden Fassadenträgern montiert. Sie dienen als Absturzsicherung und erfüllen zugleich die Anforderungen der Durchlüftung und verminderten Schallemission.

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Fassadendetail, Grafik: HPP Architekten

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Fassadenausschnitt, Foto © PUNCTUM/ B. Kober

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Fassadenseitige Erschließungsgänge
Parkhaus des ersten Bauabschnitts
Fotos © PUNCTUM/ B. Kober

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Parkhaus des ersten Bauabschnitts mit Turm der Kongresshalle

Parkhaus am Zoo, HPP Architekten

Foto © PUNCTUM/ B. Kober

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DETAIL 2013/9 »Bahnhöfe + Haltestellen«.

Von Emilia Margaretha
09.09.2013
Bambus , Betonfertigteil , Fassade , HPP Architekten , Leipzig , Parkhaus , Stahlbeton , Verkehrsgebäude

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