Klimawandel erhöht das Risiko von Sach-/Dachschäden
26.10.2006 2006-10-26 23:00:00
Die ersten Herbststürme zogen bereits mit teilweiser Orkanstärke übers Land. Sie hinterließen an manchen Orten Schneisen der Verwüstung mit umgeknickten Bäumen, umgestürzten Baugerüsten und abgedeckten Dächern.
Auch gab es bereits die ersten Verletzten durch herumfliegende Dachteile. Nicht nur Wissenschaftler, sondern beispielsweise auch die Versicherungsindustrie machen sich Sorgen um den fortlaufenden Klimawandel. "Der Klimawandel bringt erhebliche Kosten für den Finanzsektor", meint Joachim Faber von Allianz Global Investors. Dort geht man von steigenden Versicherungsprämien für Risiken aus, die durch den Klimawandel verursacht werden können; so dass möglicherweise beim Gebäudebestand die vom Bauherren vorgenommenen Sicherungsmaßnahmen in eine künftige Risikoabschätzung stärker mit einfließen.
"Im Versicherungsgeschäft erhöht der Klimawandel das Risiko von Sachschäden jährlich um zwei bis vier Prozent. Dies kann in einigen Märkten bei entsprechenden Schäden zu Prämienerhöhungen im Sachgeschäft führen. Denn die Versicherer müssen ihre risikobasierten Versicherungskostenmodelle anpassen, um dem immer größeren Ausmaß der klimabedingten Schadensereignisse - z.B. durch Sturm - Rechnung zu tragen", so die Allianz.
Zwar gibt es unter Wissenschaftlern noch unterschiedliche Meinungen, ob die immer häufiger und intensiver auftretenden Stürme in Deutschland mit letzter Sicherheit auf den Klimawandel zurückgehen, doch es sei unumstritten, dass Ausmaß und Häufigkeit zugenommen haben. Eine aktuelle Studie, die Allianz und WWF gemeinsam erstellt haben (veröffentlicht am 10. 10. 2006), befasst sich mit den Auswirkungen auf Waldbrände, Stürme sowie Überflutungen und weist nach, wie sich die Gefahren auf Assekuranz und Kunden auswirken.
Deshalb ist jeder gewissenhafte Hausbesitzer aufgefordert, soweit wie möglich technisch Vorsorgemaßnahmen zu treffen. Das Dach sollte entsprechend den Regeln des Zentralverbandes des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) mit einer Windsogsicherung vorbeugend geschützt werden. Denn die Versicherungsbranche wird bei Neuabschlüssen mehr auf die Risiken achten. Sowohl die Selbstbehalte als auch die Prämien sind bereits gestiegen. "Außerdem gibt die Branche mehr Anreize für Hausbesitzer und Handwerker, Häuser und deren Dächer sturmsicherer zu bauen", so Raj Singh, Chief Risk Officer der Allianz Group.
Quelle: baulinks.de
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