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Architektur | News

Neues Kunstmuseum für die russische Stadt Perm

01.04.2008 2008-04-01 23:00:00

Ein wichtiger Wettbewerb für den Entwurf des Kunstmuseums im russischen Perm wurde von einer prominent besetzten Jury vergangene Woche entschieden. Den 1. Preis teilen sich der Schweizer Architekt Valerio Olgiati und der in Moskau ansässige Boris Bernaskoni. Zaha Hadid kam dieses Mal nur auf den 3. Platz.

 

Die außerordentliche Wichtigkeit dieses Projekts besteht unter anderem darin, dass hier das erste Kunstmuseum in Russland geschaffen werden soll, das sowohl ideologisch als auch technisch den Anforderungen des 21. Jahrhunderts gerecht wird. Am Rennen um die Schaffung eines neuen urbanen Markenzeichens und eines weiteren Aspiranten auf den Bilbao Effekt, nahmen prominente Architekturbüros teil, wie beispielsweise Coop Himmelb(l)au, Zaha Hadid, Adjaye Associates und Hans Hollein, um nur einige zu nennen.

Gewinnerentwurf von Valerio Olgiati

Gewinnerentwurf von Valerio Olgiati

Die größte Ehre gebührt nun aber anderen: Die beiden Gewinnermodelle präsentieren sich zum einen als leuchtender Kubus, wie im Fall der russischen Architekten um Boris Bernaskoni, oder aber als kunstvoll ornamentierte, nach Funktion unterteilte und übereinandergestapelte Geschosse aus weißem Beton, wie im Falle des Schweizer Architekten Valerio Olgiati. Auch nach der Verkündung der Gewinner bleibt der Wettbewerb spannend, denn wer den Zuschlag für die Realisierung erhält, steht noch nicht fest.

Gewinnerentwurf von Boris Bernaskoni

Gewinnerentwurf von Boris Bernaskoni

Dieser Entscheidung ging ein mit insgesamt $ 300.000 dotierter zwei-stufiger Wettbewerb voraus. Die Gewinnerauswahl aus den 25 teilnehmenden Büros traf eine Jury, der Architekt Peter Zumthor vorsaß, am 25. März 2008. Spezialpreise gingen unter anderem an Asymptote aus New York.

Perm ist eine Stadt 1.300 km östlich von Moskau, markiert dadurch einen der östlichsten Punkte Europas und hat insgesamt 1 Million Einwohner.
Die umfangreiche Sammlung des bereits bestehenden Kunstmuseums, das in der Region von großer kultureller Bedeutung ist, wird derzeit in einer Kathedrale aus dem 19. Jahrhundert ausgestellt. Unter den 47.000 Objekten befinden sich zahlreiche Raritäten und eine herausragende Ikonensammlung aus dem 16. und 17. Jahrhundert.

Das neue Gebäude soll gleichzeitig auch die Verbindung zwischen dem Stadtzentrum und dem Ufer des Flusses Kama herstellen, womit wiederum die für Museumsbauten beliebte Flussuferlage gegeben sei. Mit dem Bau eines neuen charismatischen Gebäudes versprechen sich die Macher nicht nur eine bessere Behausung, sondern ein Zeichen zu setzen, um der Stadt neue Popularität zu verschaffen und auf ihre Rolle als Bindeglied zwischen Asien und Europa aufmerksam zu machen.

01.04.2008

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