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Architektur | Produkte | Heft 3/2011

Biokompositplatte aus nachwachsenden Rohstoffen

28.02.2011 2011-02-28 23:00:00

Resopal, Re-Y-Stone, Biokompositplatte, Platte, Oberflächen

Mit einer Weltneuheit befreit sich die Raumgestaltung aus den Grenzen ihrer bisherigen Möglichkeiten – so versprach es Resopal GmbH mit seiner neuen Biokompositplatte »Re-Y-Stone« auf einer Pressekonferenz Ende 2010. Seit Anfang Februar wird die Platte verkauft, die Resonanz ist sehr gut. Wichtig für den Hersteller sind nun die Messen ZOW und Interzum. Dort erhofft man sich den Durchbruch am Markt.

»Re-Y-Stone« besteht vollständig aus nachwachsenden Rohstoffen und soll diese Natürlichkeit auch ästhetisch zum Ausdruck bringen. Die Platte setzt sich aus recycelten Kern- und Dekorpapieren und einem natürlichen Harz zusammen, das auf Bagasse basiert und ein Nebenprodukt der Zuckerherstellung ist. Bagasse entsteht beim Auspressen des Saftes von Zuckerrohrpflanzen und besteht aus Faserresten, die zu 40 – 60 % aus Zellulose, zu 20 – 30 % aus einem in pflanzlicher Biomasse vorkommenden Gemisch aus Vielfachzuckern und zu ca. 20 % aus Lignin (ein die Pflanze festigender und verholzender Stoff) bestehen. Zusammen mit der Dekodur GmbH & Co. KG und der Hans Schmid GmbH & Co. KG entwickelt, produziert und vertreibt Resopal den neuartigen Verbundwerkstoff. Der Name verweist mit »Re« auf die hundertprozentige Nutzung von »Post-Consumer-Alt­papiere« (Papiere, Kartonagen oder Holzfasern, die nach ihrer Nutzung gesammelt und recycelt wurden). »Stone« bezeichnet nicht nur die Herkunft der Materialien aus der Natur, sondern auch die Eigenschaften des Materials: das Bioharz besitzt nach dem Aushärten duroplastische Eigenschaften und bildet mit den Naturfasern eine harte, mechanisch hoch belastbare, dimensionsstabile Platte. Sie ist beständig gegen viele haushaltsübliche Reiniger und Chemikalien und nur äußerst schwer entflammbar. In der Verbindung mit dem »Y« beansprucht der Name »Re-Y« in seiner spanischen Übersetzung laut Resopal »alle königlichen Qualitäten in Sachen Nachhaltigkeit«. Der TÜV Rheinland zeichnete das Produkt inzwischen mit dem »LGA-schadstoffgeprüft«-Zertifikat aus.

Mit schwarzem oder braunem Kern zeigt sich die Platte an ihrer Oberfläche in viel­fältiger Optik. Farbe liefern recycelte Dekorpapiere oder natürliche Materialien; als Vorlagen für die Strukturgeber fungieren z. B. getrocknete Wurzelfasern, Schieferreliefs, feine Luftbläschen oder Regentropfen.

28.02.2011

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