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Architektur | Themen | Heft 5/2013

Das katalanische Gewölbe: Konstruktionsprinzip mit Geschichte und Zukunft

Mauern ohne Schalung: Ein Film zeigt die Reproduktion eines Gewölbes nach der traditionellen Guastavino-Methode.

Der spanische Industriearchitekt Rafael Guastavino (1842–1908) immigrierte 1881 in die USA und verbreitete die katalanische Wölbungstechnik in Nordamerika und entwickelte sie kontinuierlich weiter. Nach anfänglichen Schwierigkeiten gelang ihm und später seinem Sohn der Aufbau einer Baufirma, die für die Konstruktion von katalanischen Gewölben in nahezu 1000 Gebäuden in 30 Staaten der USA zuständig war. Allein in New York und Boston wurden zahlreiche Gewölbe errichtet, die noch heute Banken, Bibliotheken, Kirchenräume, U-Bahnstationen und Wartesäle von Bahnhöfen überdecken.

Diese Gewölbe zeichneten sich durch beeindruckende Spannweiten von bis zu 30 Metern aus, deren nach innen gerichtete Ziegellagen durch verschiedenfarbige, keramikbeschichtete Ziegel zu aufwändigen Mustern angeordnet wurden. Die Guastavinos industrialisierten die katalanische Gewölbetechnik und passten sie den Bedürfnissen der vorherrschenden Bauindustrie an. So entstanden neben Kuppeln und Gewölben auch zahlreiche Treppen­konstruktionen. Die Guastavinos erkannten den Marktvorteil der feuersicheren Konstruktion gegenüber Holz- und Eisenkonstruktionen, testeten ihre Gewölbe ausgiebig als Nachweis ihrer Leistungsfähigkeit und entwickelten bzw. adaptierten Neuerungen wie Akustikziegel oder Portlandzement für die oberen Ziegellagen.

Text: Philippe Block, Matthias Rippmann


Den vollständigen Technik-Artikel zum Thema »Katalanisches Gewölbe« lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe DETAIL 2013/5 zum Thema »Einfach und Komplex«

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