Die Krise als Chance
06.01.2009 2009-01-06 23:00:00

Foto: aboutpixel.de
Dem kommenden "Krisenjahr" muss man nicht nur negativ entgegen blicken. Denn wenn Aufträge und Umsätze zurück gehen, werden auch Kapazitäten frei, um sich endlich wieder um Grundsätzliches zu kümmern, das in Zeiten voller Terminkalender gerne auf später verschoben wird, z. B. die Arbeit an der Selbstdarstellung des Büros.
Wer in diesen Tagen eine beliebige Zeitung oder Zeitschrift aufschlägt, kann den schlechten Nachrichten kaum entkommen: Finanzkrise hier, schlechte Prognosen dort. Diese Meldungen mögen auf realen Zahlen basieren. Bei vielen Berichten und Einschätzungen beschleicht mich allerdings auch das Gefühl, dass alles, was mit dem Thema "Krise" zusammen hängt, sich momentan einfach gut verkauft und daher gerne gedruckt wird.
Eines ist sicher: ganz gleich, wie groß die vielfach fast schon herbeigeredete Krise nun wird - wir werden an ihr kaum etwas ändern können. Als Dienstleister leben wir von Kunden-Aufträgen, deren Zahl und Umfang wir nicht beeinflussen können, schon gar nicht in Krisenzeiten - oder etwa doch? Dem kommenden "Krisenjahr" muss man nicht nur negativ entgegen blicken. Denn wenn Aufträge und Umsätze zurück gehen, werden auch Kapazitäten frei, um sich endlich wieder um Grundsätzliches zu kümmern, das in Zeiten voller Terminkalender gerne auf später verschoben wird, z. B. die Arbeit an der Selbstdarstellung des Büros. Die Krise kann so auch zur Chance werden - für ein besseres Büro-Marketing.
Einige Beispiele: Bei meiner Tätigkeit als Webdesigner erlebe ich in vielen Website-Projekten, wie (zeit-)aufwändig für meine Kunden - meist kleinere bis mittlere Architekturbüros - das Schreiben und Zusammenstellen der Texte, der Pläne und Fotos für die Befüllung der Internetseiten ist. Teilweise müssen Projektbeschreibungen neu erstellt werden oder es gibt von einigen Projekten noch keine guten Fotos. Professionelles Pressematerial (druckfähige Fotos, Pressetexte für Journalisten etc.) sind nur in den seltensten Fällen vorhanden.
Nur wer sich für die Zusammenstellung dieser wichtigen Inhalte die nötige Zeit nehmen kann, wird am Ende auch ein inhaltlich überzeugendes Produkt - in diesem Fall eine Website - erhalten.
Das gleiche gilt natürlich auch für die anderen Elemente einer optimalen Büro-Selbstdarstellung: Wer sich einmal grundsätzlich Gedanken über die Positionierung des eigenen Büros gemacht hat (Stichworte: Zielgruppen, Spezialisierung, Alleinstellungsmerkmale etc.) ist auch in der Lage, diese erfolgreich umzusetzen und sich entsprechend professionell "am Markt" zu präsentieren. Ob dabei auf die Dienste von externen Experten - z. B. PR-Berater oder Designer - zurück gegriffen wird oder ob das erforderliche Wissen intern aneignet wird (siehe unten), ist eher zweitrangig. Viel wichtiger ist, dass man sich der Notwendigkeit einer optimalen Aussendarstellung bewusst ist und die entsprechenden Massnahmen einleitet - warum nicht im "Krisenjahr" 2009?
Tipps: Marketing-Wissen für Architekten
a) Seminare: Die meisten Architektenkammern bieten sehr gute Seminare zum Thema "Marketing für Architekten", manche auch zum Thema "Büro-Website".
b) Literatur: Der Band "Der Neue Architekt", herausgegeben 2008 von PR-Berater und Dozent Frank Peter Jäger, beschäftigt sich mit Themen wie Büro-Organisation, Wirtschaftlichkeit im Architekturbüro, Akquise, Pressearbeit und Internet für Architekten.

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