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Architektur | Themen

Experimental-Architektur aus Strohballen

30.06.2010 2010-06-30 23:00:00

Vom Feld in die Wand: Strohballen sind hierzulande noch immer eher ein Fall für Experimentalbauten. In Großbritannien dagegen sind sie bereits komplette Holzrahmenbausysteme mit Strohdämmung erhältlich. Nun wurde in der Nähe von Nottingham mit dem Bau des bislang größten strohgedämmten Gebäudes begonnen.

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Rendering: Make Architects

Passenderweise sind die Bauherren des neuen, auf 5 Millionen britische Pfund Baukosten veranschlagten Gebäudes die Fakultät für Veterinärmedizin und die Fakultät für Biowissenschaften der Universität von Nottingham. Dieser gehören rund um den Campus in Sutton Bonington südlich von Nottingham größere Ländereien – der Rohstoff für die Außenwanddämmung wird also vom Bauherren selbst bereitgestellt werden.

Rendering: Make Architects

Foto: ModCell

Foto: ModCell

Entworfen haben den Neubau Make Architects aus London. Die Längsfassaden aus schlanken, hochrechteckigen Holzrahmenelementen sind von einer charakteristischen Baumreihe in der Nähe inspiriert. Nach seiner Fertigstellung soll das Gebäude den Nachhaltigkeitsstandard BREEAM Excellent erfüllen.

Große Erfahrung im Holzrahmenbau mit Strohdämmung besitzt in Großbritannien insbesondere die Firma Modcell. Sie bietet drei Bausysteme für den Holzrahmenbau an, darunter zwei mit Stroh- und eines mit Hanfdämmung. Die U-Werte reichen von 0,22 W/m2K für ein 300 mm starkes Element mit Hanfdämmung bis herunter auf 0,13 W/m2K für ein 490 mm dickes Element mit Strohdämmung. Auf der Innen- und Außenseite werden die Paneele entweder verputzt oder erhalten Verkleidungen aus Sperrholz (innen) oder einer Reihe von wetterfesten Materialien (außen).

Ein wichtiges Pilotprojekt für das Unternehmen und sein Bausystem war das „BaleHaus“, das nach Entwürfen der Architekten White Design Ende 2009 in Bath fertiggestellt wurde. Seine Konstruktion erreicht eine Luftdichtigkeit von 1m2/(h*m2) bei 50 Pa, 10-mal weniger, als es die britischen Bauvorschriften verlangen.

Auch der Heizwärmebedarf eines BaleHaus liegt 80% niedriger als die bis Anfang dieses Jahres geltenden Grenzwerte der britischen Bauvorschriften. Die CO2-Bilanz seiner Rohbaukonstruktion ist sogar negativ: Rund 42 Tonnen CO2 sind im Holz und dem Stroh der Gebäudekonstruktion gespeichert, während Herstellung, Transport und Montage der Bauteile nur rund 20 Tonnen CO2 emittieren.

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