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23.04.2009 2009-04-23 23:00:00

Bisher befanden sich die Räume der Kraftwerksverwaltung in Zolling bei München in einem Bereich mit hohen Emissionsbelastungen. Zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und zur Unterbringung einer vergrößerten Werksfeuerwehr erstellten die Architekten also zunächst eine ausführliche Standortanalyse. Die daraus hervorgehende Lage eines Neubaus am östlichen Rand des Kraftwerksgeländes resultierte vor allem aus strategischen Überlegungen. Zum einen sollte der neue Haupteingang neu definiert werden. Zum anderen bot der Standort zwischen weit aufragendem Kraftwerksblock und Kühlturm optimale Besonnungs- und Verschattungsverhältnisse für ein Konzept, das neben der Einrichtung kommunikativer Arbeitsplatzstrukturen vor allem auf Energieeinsparung und Tageslichtoptimierung setzte.

Verwaltungsgebäude Kraftwerk Zolling
So erlaubt die 26°-Neigung der Fassade im Norden (der Winkel entspricht exakt dem sommerlichen Sonnenhöchststand) eine blendfreie Belichtung der Arbeitsplätze und reduzierten Beleuchtungsenergiebedarf, während sie im Süden zu einer erheblichen Verringerung der Wärmeeinstrahlung führt. Die hoch stehende Sommersonne trifft flach auf die geneigte Verglasung und wird nahezu vollständig reflektiert. Optimiert wird der Tageslichteinfall durch starre Lichtlenklamellen. Für Tageszeiten mit flach stehender Sonne – welche relativ selten sind, weil das Gebäude vormittags und nachmittags im Schatten von Kraftwerksblock und Kühlturm liegt – ist ein innen liegender Blendschutz vorgesehen. Auf einen außen liegenden Sonnenschutz konnte vollständig verzichtet werden. Die Wärmeversorgung des Gebäudes wird ausschließlich über die kraftwerkseigene Fernwärme aus Kraft-Wärme-Kopplung sichergestellt. Eine eventuelle Kühlung im Sommer wird durch Zwischenspeicherung von Nachtkälte in den Geschossdecken (Bauteilkühlung) erreicht.
Das Verwaltungsgebäude in Zolling zeigt, dass effiziente Gebäude auch ohne hochkomplexe Gebäudetechnik auskommen können, wenn das Architekturkonzept im Vorfeld sorgsam auf die äußeren Rahmenbedingungen abgestimmt wurde.

Konzeptsschnitt

Schnitt
Verwaltungsgebäude Kraftwerk Zolling
Boesel Benkert Hohberg Architekten, München
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