IDEALE REALITÄTEN - Potsdam
Den 157. Schinkel-Wettbewerb haben zwei Planergruppen der TU Dresden in den beiden Fachsparten Städtebau sowie Landschaftsarchitektur gewonnen. Der auslobende AIV freute sich über eine neue Rekordbeteiligung.
Die Jury des größten Förderwettbewerbes für junge Architekten und Ingenieure im deutschsprachigen Raum hat von 228 jurierten Arbeiten insgesamt 13 Entwürfe prämiert. Rund 21.500 Euro Preisgelder wurden zugeteilt. Das Wettbewerbsgebiet umfasst die Potsdamer Innenstadt beiderseits der Havel.

Luftbild des Wettbewerbsareals

Aufteilung des Wettbewerbsareals
Nah am Wasser bauen
Im Fokus der Aufgabenstellung des 157. Schinkel-Wettbewerbs stand die Stadtmitte von Potsdam mit ihren heterogenen Stadtbausteinen von barocker Bebauung, Plattenbauten als Erbe der DDR und den nach 1989 entstandenen Neubauten. Die Landeshauptstadt von Brandenburg zählt zu den prosperierenden Städten in Deutschland. Die wachsende Nachfrage nach innerstädtischem Wohnraum war Ausgangspunkt der Aufgabenstellung.
Das Wettbewerbsareal an der Havel – unmittelbar am historischen Zentrum der Stadt gelegen – stellte ein großes Potential für künftige Entwicklungsprozesse der Stadt dar. Während das Leitbild des Innenstadtbereichs durch die Rekonstruktion des historischen Stadtgrundrisses bestimmt ist, galt es, für die Entwicklung der Stadt entlang der Havel neue städtebauliche Visionen zu konzipieren. Dabei sollte der Umgang mit der Flusslandschaft eine zentrale Rolle spielen: Wie kann dieser hochwertige Landschaftsraum zu einem zentralen Element der städtebaulichen Entwicklung werden, wie lassen sich diese Landschaftsräume als Qualität städtischer Entwicklung im Sinne einer Stadtlandschaft für künftige Planungen nutzen?
Gleichermaßen sollte ein angemessener Umgang mit dem Gebäudebestand gefunden werden: Es musste abgewogen werden, wie mit den unterschiedlichen, heterogenen Planungsansätzen im Bereich des Wettbewerbsgebietes umgegangen werden soll. Wo wird weiter-, und wo wird rückgebaut, wie lassen sich die unterschiedlichen Stadtfragmente vernetzen? Dazu konnten unterschiedliche städtebauliche Strategien zum Einsatz kommen: So konnten über ein Leitbild städtebauliche und freiräumliche Interventionen entwickelt werden; denkbar war auch, über die Definition eines Handlungsrahmens eine allmähliche Transformation des Wettbewerbsbereichs zu initiieren.
Generell sollten Planungsansätze prozessorientiert betrachtet werden: Das Denken in Szenarien und Handlungsoptionen sollte die Planung auch auf künftige Anforderungen und Bedingungen mit einem hohen Grad an Flexibilität reagieren lassen. Unter dem Titel des Wettbewerbs »Ideale Realitäten« wurden innovative und zukunftsorientierte Beiträge erwartet, die einen paradigmatischen Ansatz zu den Themen künftiger Wohn- und Lebenswelten zur Diskussion stellen.
Zudem Vergab die Jury etliche Sonderpreise und zwei Anerkennungen.
Städtebau
Isabel Finkenberger, Köln
Michael Strobelt, Simon Palme, Dresden
Landschaftsarchitektur
Susi Hübner, Verena Pfeil, Dresden
Sebastian Sowa, München / Zürich
Architektur (Anerkennungen)
Mattila Mastaglio, Daniel Güthler, Berlin
Julian Pommer, Hagen Schmidt, Berlin
Kooperation Architektur/Konstruktiver Ingenieurbau
Rico Wittke, Ole Brügmann, Krischan Hubert, Sören Janson, Hamburg
Verkehrswesen Straßenbau
Juliane Herklotz, Tobias Wertheimer, Sascha Grundmann, Stephan Meinusch, Potsdam
Verkehrswesen Eisenbahnbau
Stefan von Mach, Emmanuel Thuillier, Berlin
Freie Kunst
Karoline Liedtke, Sigurd Larsen, Berlin
Robert Patz, Berlin
Beim 157. AIV-Schinkel-Wettbewerb sind 228 Arbeiten aus Deutschland, England, Irland, Italien, Österreich, der Schweiz und sogar aus den USA von der Jury bewertet worden. Das sind mehr als 520 Teilnehmer und somit das beste Ergebnis der letzten 32 Jahre, nachdem bereits 2010 mit der Thematik »Neue Alte Mitte Berlin« eine Rekordzahl an Arbeiten erreicht wurde.
Der AIV-Schinkel-Wettbewerb steht im Zeichen der Förderung der Planungs- und Baukultur. Die Teilnehmer sind Studierende und junge Absolventen, die höchstens 35 Jahre alt sein dürfen.
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