Seite drucken
-

Themen

Architektur | Themen

Metallisches Gewand: Kindertagesstätte in Essen

Auf dem Campus-Gelände der ThyssenKrupp AG eröffnete im August 2012 die von einer Edelstahl-Lochblechfassade eingehüllte und nach dem Prinzip der Reggio-Pädagogik betriebene Kindertagesstätte Miniapolis. Die Einrichtung bietet Platz für rund 100 Kinder in sechs altersgemischten Gruppen im Alter von vier Monaten bis zur Einschulung.

Architekten: JSWD Architekten, Köln, Chaix & Morel et Associés, Paris
Standort: ThyssenKrupp Allee 1, D-45143 Essen

Kindertagesstätte im ThyssenKrupp Quartier in Essen

Foto: Thomas Lewandovski

Dem Gestaltungsprinzip des ThyssenKrupp Quartiers folgend stellt sich die KiTa geometrisch klar dar. Die Fassadenflächen werden durch Rücksprünge im Erdgeschoss sowie durch Loggien im Obergeschoss gegliedert.

Die „raue Schale“ der metallischen Außenhaut des Neubaus wird durch vertikal gerichtete, wellenförmige Edelstahlbleche gebildet. Die gelochten Paneele legen sich wie ein „Gewand“ über die äußere Kontur des Baukörpers. Sie sind so angeordnet, dass „fließende“ Übergänge an den vertikalen und horizontalen Stoßpunkten der einzelnen Paneele entstehen. 

Foto: Thomas Lewandovski

Foto: Thomas Lewandovski

Im Kontrast zur bewegten Außenhaut des Gebäudes sind die Oberflächen im Inneren, dem „warmen Kern“, hell und glatt. Die Kindertagesstätte wird nach dem Prinzip der Reggio-Pädagogik betrieben, die die Architektur und Innengestaltung stark beeinflusst. Die behutsame und vielseitige Unterstützung von kindlichem Forscherdrang, kindlicher Neugierde und Lernfreude ist in der Reggio-Pädagogik von zentraler Bedeutung und ergibt ein weitgefächertes Raumprogramm für den Neubau.

Foto: Thomas Lewandovski

Foto: Thomas Lewandovski

Fotos: Thomas Lewandovski

Das zweigeschossige Gebäude weist eine quadratische Grundfläche mit einer Seitenlänge von 32,50 m auf. Gleichmäßig zu den Außenseiten verteilt sind die drei Gruppenbereiche und ein Personalbereich um die in der Mitte angeordnete, überdachte Piazza, die das Herzstück des Gebäudes bildet. Sie ist der Ort gemeinsamer Aktionen - der Ort der Begegnung. Rund um diesen „Dorfplatz“ sind auf zwei Ebenen die Gruppenräume untergebracht. Hinzu kommen eine Bibliothek, eine Holzwerkstatt und ein Atelier. Die Stammräume sollen Geborgenheit, aber auch Herausforderungen bieten. Podeste, Emporen und vieles andere mehr dienen der Entdeckung der Welt mit allen Sinnen.

Foto: Thomas Lewandovski

Schnitt, Grafik: JSWD Architekten / Chaix & Morel et Associés

Grundriss EG, Grafik: JSWD Architekten / Chaix & Morel et Associés

Foto: Thomas Lewandovski

Foto: Thomas Lewandovski


Bauherr:
ThyssenKrupp AG

Nutzer: Gemeinnützige Betreuungsgesellschaft für soziale Einrichtungen (BsE), Deutsches Rotes Kreuz, Landesverband Nordrhein

BGF: 2.100 m²
Fertigstellung: August 2012

Fassadenbau: Fa. Lummel, Karlstadt 
Fassadenbleche: Fa. Fielitz, Ingolstadt

Weitere Informationen:
www.jswd-architekten.de

 

Ein Beitrag von Emilia Margaretha und Peter Popp.


Weitere Projekte zum Thema »Bauen für Kinder« lesen Sie in unserer aktuellen Ausgabe DETAIL Konzept 2013/3.

Anzeige

Verwandte Artikel
Architektur

Gefaltete Dachlandschaft: Kindertagesstätte von dorte mandrup arkitekter

S. 1170

Als baulich abstrahierte Erweiterung der Dünenlandschaft fügt sich die Kindertagesstätte im schwedischen Helsingborg optimal in ihre sandige Umgebung ein.

mehr
Architektur

Kleeblatt im Grünen: Kindergarten in Muntlix

Außen besticht der Kindergarten im Vorarlberger Muntlix durch ein dezentes Farbenspiel in Rot und Grün, im Innenraum durch einen nutzerfreundlichen ...

mehr
Architektur

Behnisch Architekten siegen beim Velux Architekten-Wettbewerb 2014

Die „Lofthäuser Kolbermoor“ des Münchener Büros haben die Leser des Bauherrenmagazins „Wohnglück“ unter 4 weiteren Projekten überzeugt.

mehr