Museum und Ausstellungszentrum in Veenhuizen
10.11.2009 2009-11-10 23:00:00

Foto: Ulrich Schwarz, Berlin
Historische Inszenierung als Strategie war Leitlinie der Architekten bei der Neugestaltung
des denkmalgeschützten Werkhofs der Gefängnissiedlung Veenhuizen. Der lange von der Außenwelt abgeschottete, etwa 170 km nördlich von Amsterdam gelegene klassizistische
Gebäudekomplex sollte nicht einfach nur gezeigt werden, sondern mit den Elementen der Architektur etwas über seine Geschichte erzählen.
Der sanierte Gebäudekomplex gruppiert sich um den ehemaligen Handwerkshof und stellt nur einen kleinen Teil der denkmalgeschützten Idealstadt Veenhuizen dar. Während ein großer im Norden angrenzender Hof nach wie vor als Gefängnis dient und ein weiterer seit 2005 ein Gefängnismuseum enthält, wird der neue Handwerkshof gemischt genutzt. Neben dem Museum für historisches Handwerk in der ehemaligen Schmiede sollen in den Werkstattgebäuden behinderte Menschen Arbeit finden.

Fotomontage Bestand, Atelier Kempe Thill
Für die Öffnungen, die durch den Abriss zahlreicher, im Lauf der Jahre zugefügter Schuppen von entwarfen die Architekten neue Elemente aus großzügigen, vier Meter hohen, strukturell verklebten Festverglasungen mit Türen aus schwarz emailliertem Spiegelglas, die sie als neue historische Schicht außen überlappend vor die Öffnungen stellen. Wie großmaßstäbliche Vitrinen präsentieren diese die Originalgebäude in ihrer Authentizität.
Für einen Museumsraum erwies sich die alte Schmiede mit ihrer beeindruckenden Dachkonstruktion als interessantestes und bestgeeignetes Gebäude des Handwerkshofes. Die Architekten entfernten die vorhandene Zwischenwand im Erdgeschoss und öffneten die Decke auf einer Fläche von ca. 10 x 10 m zum Dachgeschoss, um die Dachkonstruktion räumlich erlebbar zu machen. Zurückhaltend detailliert und einschließlich des Bodens einheitlich weiß gehalten betont der neue Innenraum die Homogenität und Synthese mit der historischen Substanz.
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