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Architektur | Themen | Heft 1/2009

Rekord-Solardach am Niederrhein

12.05.2009 2009-05-12 23:00:00

Solardach

Foto: Sputnik Engineering AG

Deutschlands größte, auf einem Schrägdach montierte Dünnschicht-Photovoltaikanlage ist auf dem Dach einer ehemaligen Kohlemischhalle in Moers in Betrieb gegangen. Die 9500 Quadratmeter Module sollen künftig eine Nennleistung von 837 Kilowatt Strom liefern. Pro Jahr sind dies 750.000 Kilowattstunden, was dem Bedarf von rund 170 Haushalten entspricht und jährlich 630 Tonnen Kohlendioxid einspart.

In Auftrag gegeben hatte die Anlage das Unternehmen Riedel Recycling, das die Halle seit 2001 zur Aufbereitung von Baumaterialien nutzt. Drei Monate benötigten die Handwerker zur Installation der Anlage und zum gleichzeitigen Austausch des alten Well-Eternitdachs durch eine Stahlblecheindeckung. Die homogen schwarzen Solarmodule stammen von dem amerikanischen Hersteller First Solar, der nicht Silizium als Halbleiter einsetzt, sondern Cadmium-Tellurid. Einschließlich Dacheindeckung hat die neue Anlage rund 3,4 Millionen Euro (netto) gekostet. Die Betreiber Norbert und Ludger Riedel hoffen, dass sich dieser Preis aufgrund der auf 44 Cent pro Kilowattstunde erhöhten Einspeisevergütung bereits nach zehn Jahren amortisiert.

Eingebunden ist die Solaranlage in ein ökologisches Konzept, das den gesamten Recyclingbetrieb umfasst. Die Abwärme der vier Zentralwechselrichter – immerhin rund 45 Kilowatt, vier Prozent der Gesamtleistung – wird in das benachbarte Verwaltungsgebäude der Riedels weitergeleitet und dort zur Klimatisierung verwendet. Der Bürobau ist seinerseits ein Musterbeispiel für die Wiederverwendung von Baumaterialien: Es handelt sich um den ehemaligen, zweigeschossigen Messestand eines japanischen Computerherstellers, den die Gebrüder Riedel mit Fassadenbelägen, Leuchten, Türen und Fenstern aus Abbruchgebäuden ausstatteten.

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