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Forschung & Entwicklung

Research | Forschung & Entwicklung

TimberTower – Ein Windkraftturm aus Holz

Ein junges Start-Up-Unternehmen aus Hannover baut Holztürme für Windkraftanlagen der Multimegawattklasse: Die beiden Geschäftsführer Gregor Pass und Holger Giebel haben mit dem TimberTower eine kostengünstige, zertifizierte Alternative zu Stahl- und Betontürmen entwickelt. Das Material Holz zeigt dabei viele Vorteile: Die Herstellungskosten sind im Vergleich zu herkömmlichen Konstruktionen deutlich niedriger. Die Konstruktionsweise erleichtert die Transportlogistik. Die bessere CO2-Bilanz der Konstruktion aus Holz ist ein wichtiger ökologischer Faktor.

Alle Fotos und Grafiken: TimberTower GmbH, Hannover

Die Entwickler und Hersteller von TimberTower verkaufen ihre Idee so simpel und pragmatisch, wie sie ist. Mit beinahe kindlichen Zeichnungen und einfachsten Rechnungen werden die Vorteile der 100 Meter hohen Holztürme gegenüber den momentan gängigen Türmen für Windkraftanlagen dargelegt. Das Konzept braucht weder Hightech-Komponenten noch eine überschwängliche Marketingsprache. Die Hersteller überzeugen mit vier einleuchtenden Argumenten: ökonomische Vorteile und verbesserte Rendite, vereinfachter Transport, Förderung der regionalen Wirtschaft und verbesserte Umweltaspekte.

Die Entwicklung des Holzturms begann im Jahr 2005 und wurde trotz anfänglicher Skepsis im Jahr 2008 im Rahmen des Businessplanwettbewerbs der Wirtschafts-Förderungsgesellschaft "hannoverimpuls" mit dem Klimaschutzpreis der Region Hannover ausgezeichnet. Das Ziel des Start-ups war es, mit einem patentrechtlich abgesicherten Turm die beiden zentralen Herausforderungen der Windkraftbranche zu lösen: Die mit zunehmender Höhe schwierigere Logistik und die Abhängigkeit von stark schwankenden Stahlpreisen.

Der Holzturm spart bei einer Turmhöhe von 100 Metern ca. 300 Tonnen Stahlblech. Pro Turm werden 1.000 etwa 30 Meter hohe Fichten aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern eingesetzt. Die Fichten werden in heimischen Forsten gefällt. Die Zertifikate der Holzlieferanten garantieren, dass der verwendete Baustoff aus einer sozial verantwortlichen Waldwirtschaft stammt.

Der Turm selbst wird als Verbundsystem aus Brettsperrholzplatten und Oberflächenkomponenten gefertigt, die am Anlagenstandort zu einem geschlossenen Hohlkörper mit mehreckigem Querschnitt verbaut werden. Der Transport kann ohne Schwertransporte in zehn Standard-LKWs erfolgen. Das Fundament ist je nach Beschaffenheit des Untergrunds eine Flach- oder Tiefgründung. Der Aufbau des Turms erfolgt innerhalb von zwei Werktagen und ist denkbar einfach. Das Zentrum des Holzturmes bildet ein turmhohes Gerüst, das mit dem Fundament verbunden wird. Das vormontierte Gerüst beherbergt das Licht- und Leitersystem, Stromanschlüsse und mehrere Arbeitsebenen, die Wartungsarbeiten erleichtern. Bei der Montage werden die Platten einfach an das Gerüst gelehnt und mit Hilfe der im Fundament eingelassenen gelochten Stahlplatten verklebt. Die unterschiedlich großen Holzelemente werden in einer Helixstruktur korkenzieherförmig aufgebaut. Die von der Natur inspirierte Struktur verleiht dem Turm eine extrem hohe Stabilität. Eine äußere Folie zur Versiegelung bewirkt einen Oberflächenschutz und garantiert eine Lebensdauer von mindestens 40 Jahren.

Die Energiewende steht vor der Tür. Anstatt auf Kernenergie und fossile Energieträger wird auf grüne Energie aus Solarzellen, Wasser- und Windkraftanlagen gesetzt. Derzeit wird das Netz für erneuerbare Energien deutschlandweit stark ausgebaut. Windenergie ist eine saubere Technik für Klimaschutz und regionale Wertschöpfung. Mit dem TimberTower wird ein weiterer Schritt hin zu einem konsequent ökologischen Produkt vollzogen. Der Holzturm ist zu 99 Prozent ein reines Naturprodukt, er ist CO2-neutral und nach seiner Verwendung einfach zu recyceln.

Weitere Informationen finden Sie hier.

20.01.2013
Holz , Windenergie , Windkraftturm
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