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Architektur | Themen

Wettbewerbshaus „home+“ zurück in Stuttgart

27.07.2010 2010-07-27 23:00:00

Es war eine Wimpernschlag-Entscheidung beim diesjährigen „Solar Decathlon Europe“: Am Ende trennten ganze fünf von 1000 Punkten die drei erstplatzierten Gebäude des Studentenwettbewerbs für solar selbstversorgende Wohnhäuser in Madrid. Das Wettbewerbshaus „home+“ der drittplatzierten HFT Stuttgart ist nun wieder in der „Heimat“ zu sehen.

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Foto: HFT Stuttgart

Die HFT Stuttgart lud am 27. Juli 2010 zu einem Tag der offenen Tür mit Kurzführungen. Studierende, Mitarbeiter und Projektleiter Prof. Dr. Jan Cremers standen für Gespräche und Fragen zur Verfügung. Standort des Hauses home+: Ecke Breitscheidstraße/ Holzgartenstraße (Platz der deutschen Einheit) auf dem Parkplatz zwischen Liederhalle und Hochschule für Technik Stuttgart.

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Grafik: HFT Stuttgart

Neben dem dritten Platz in der Gesamtwertung errang das Team der HFT Stuttgart beim Solar Decathlon Europe auch Preise in fünf von zehn Einzeldisziplinen, darunter die 1. Plätze in den Disziplinen „Technik und Konstruktion“ und „Innovation“.In den Disziplinen „Solare Energiesysteme“ und „Haushaltsgeräte und Funktionalität“ erreichte das HFT-Team jeweils den 2. Platz, in der Disziplin „Nachhaltigkeit“ den 3. Platz.

Gebäudekonzept

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Zeichnung: HFT Stuttgart

Home+ ist ein modular aufgebautes Plusenergiehaus in Holzbauweise. Das kompakte, hoch gedämmte Gebäudevolumen besteht aus vier Abschnitten, die durch verglaste Zwischenräume voneinander getrennt werden. Jeder Abschnitt erfüllt eine andere Funktion wie Veranda, Wohnen, Kochen/Arbeiten und Schlafen. Die Zwischenräume dienen der Belichtung, Belüftung und passiven Klimatisierung des Gebäudes. Einer von ihnen überragt das restliche Gebäude und dient als „Energieturm“, in dem Wind und Verdunstungskühlung das Gebäude passiv temperieren. Inspiriert wurde dieses Element von traditionellen Bauelementen heißer Regionen wie den „Windtürmen“ am Arabischen Golf oder den Patios privater Wohnhäuser in Spanien, Nordafrika und Lateinamerika.

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Zeichnung: HFT Stuttgart

Weitere Bestandteile des Klimakonzepts sind eine PCM (Phase Change Material, Latentwärmespeicher)-haltige Raumdecke, die Nachtlüftung des Gebäudes, der thermische Aktivierung des Fußbodens sowie eine reversible Wärmepumpe für Spitzenlasten. Besonders die PCM-Decke mit angeschlossenem Wasserkreislauf spielt hierbei eine zentrale Rolle: Tagsüber wird überschüssige Wärme aus dem Raum in die Decke „eingespeichert“ und bringt den darin enthaltenen Latentwärmespeicher zum Schmelzen, ohne dass die Raumlufttemperatur weiter steigt. Nachts wird die Decke über einen Wasserkreislauf rückgekühlt. Dieser transportiert die überschüssige Wärme auf das Dach des Gebäudes und strahlt sie dort an den kühlen Nachthimmel ab. Das dergestalt gekühlte Wasser wird außerdem in einem Pufferspeicher gespeichert und tagsüber zur thermischen Aktivierung des Fußbodens genutzt. Spitzenlasten bei der Kühlung deckt eine reversible Wärmepumpe, die ihren Strom von den rund 12,5 kWp Photovoltaikmodulen auf Dach und Außenwänden des Gebäudes erhält. Die Photovoltaik wird bei home+ außerdem zum wichtigen Gestaltungsmittel: Anders als vielfach üblich, wurden an den Fassaden keine schwarzen oder blauen, sondern gold– und bronzefarbene Solarzellen verwendet, was dem Gebäude eine ganz eigene, edle Anmutung verleiht.

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