Wohnbauten in die Topografie eingebunden
11.07.2011 2011-07-11 23:00:00
Reihenhäuser am Ortsrand zu vermeiden und gleichzeitig verdichtete, nahezu urbane Wohneinheit zu schaffen, war das Ziel von feld72 bei einem Projekt in Kaltern (Südtirol).
Für die Wohnbau-Erweiterungszone Gartenweg in Kaltern plante das Büro eine Agglomeration aus mehreren Einzelgebäuden. Diese nutzt geschickt die Topographie, um die Häuser miteinander zu verbinden und eine bedeutend höhere Dichte zu erreichen, ohne dass diese Dichte durch die Präsenz großer Baumasse zu spüren ist. Die vorgegebene maximale Dichte von 1,8m³/m² wurde angepeilt, doch nicht überschritten.
Grundlegend war es für die Planer, die Baukörper so stark wie möglich mit der sie umgebenden Landschaft zu verzahnen. Durch eine Terrassenstruktur wird ein klarer Umgang mit dem Gefälle des Geländes möglich. Der natürliche Hang durchfließt an zwei Stellen diese Terrassierung und schafft ein Gefüge, das als geplant und gleichzeitig als gewachsen wahrgenommen werden kann. Wege und Blickbeziehungen stellen sich vielschichtig dar.
Die Siedlungsstruktur nimmt verschiedene Muster älterer Agglomerationen in Kaltern auf und verbindet sie auf neue Art und Weise. Die traditionellen Formen werden in einen neuen Kontext gestellt, um eine effiziente und komplexe Struktur zu schaffen, die dennoch vertraut, einfach und überschaubar wirken soll. Auf den zweiten Blick, im Gebrauch und in der Bewegung durch den Raum, zeigt sie ihre Komplexität und Überraschungen. Was wie acht Einzelhäuser wirkt, entpuppt sich beim Näherkommen als eine beinahe urbane Einheit. Natur und Architektur gehen an bestimmten Stellen nahtlos ineinander über, Ordnung wird zu gewachsener Struktur und umgekehrt.
Objektdaten
Ort: I-39052 Kaltern
Auslober & Auftraggeber: Arche KVM, Bozen
Planung:feld72
Projektpartner Landschaftsarchitektur: PlanSinn GmbH Wien
Statik: Obrist & Partner Kaltern
Haustechnik: energytech GmbH Bozen
Fertigstellung 2010
Nettogrundfläche 2.500 m²
Grundstücksfläche 5.173 m²
Wohnnutzfläche 2.456 m²
GFZ 0,5
Nettoherstellungskosten 5,5 Mio. Euro

Illustrationen: feld72 / Fotos: Hertha Hurnaus
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