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Architektur | Themen

Wohnhaus bei Adnet

08.01.2009 2009-01-08 23:00:00

Wohnhaus, Adnet, Flöckner Schnöll

Foto: Stefan Zenzmaier

Das in den leichten Hang gesetzte Sandwich aus massiv ausformulierter Boden- und Deckenplatte fasst ein Raumkontinuum, das – gegliedert von verstreut angeordneten Holzboxen – sämtlichen Funktionen Platz bietet. Boden und Decke sind durchgehend in Gussasphalt bzw. Sichtbeton gehalten und rahmen im rundum verglasten Wohnbereich das Landschaftspanorama.
Große Auskragungen von bis zu 8 m bestimmen die Konstruktion des Dachs. Zur Ausführung kam eine auf den Kopf gedrehte Verbunddecke: Ein Rost aus Stahlprofilen hält von oben über Kopfbolzendübel eine Druckplatte aus Stahlbeton. Der Rost selbst ruht auf quadratischen Stahlrohrstützen, die in den Ecken der Kerne sowie entlang der Straßenfront angeordnet sind. Auskreuzungen in den Wänden der Kerne übernehmen die horizontale Aussteifung.

Gebäudetechnik

Eine Sole-Wasser-Wärmepumpen-Anlage beheizt das Wohnhaus, drei Zweikreis-Tiefensonden à 100 m Teufenlänge entziehen jeweils ca. 16 kWh. Die Regelung der Heizungsanlage erfolgt witterungs- bzw. außentemperaturgesteuert, mit gemischten Regelkreisen für Fußbodenheizung, Zuluft-Vorwärmung und Schwimmbadheizung. Solare Einträge, Energie aus dem Bodenofen sowie Energiegewinne aus Abwärme (z.B. von Kühl- und Gefriergeräten, E-Herd, Beleuchtung etc.) werden mittels Einzelraumregelungen berücksichtigt und genutzt.
Eine Tieftemperatur-Fußbodenheizung erwärmt Wohnräume sowie Garage (abgesenkte Raumtemperatur). In den Bädern finden sich zusätzlich Wandheizungsflächen.
Eine Brauchwasserwärmepumpe übernimmt über einen Direktverdampfer-Erdkollektorkreis die Warmwasserbereitung und speist einen Warmwasserspeicher mit einem Gesamtvolumen von 500 Litern. Sämtliche freiliegenden Energiewasser- bzw. Heizungsleitungen sind mit einer Sichtisolierung zur Minimierung der Anlagenverluste versehen.
Eine Anlage zur kontrollierten Be- und Entlüftung im Wohnbereich erhöht den Komfort, verbessert das Raumluftklima und minimiert den Energieverbrauch um bis zu 40%. Ein über der Stahlbetondecke verlegtes Flachkanalsystem mit Zu- und Abluftdüsen mit Mengenregulierung belüftet die Räume.
Ein in einer Tiefe von 2 m verlegter Luft-Erdkollektor mit einer Gesamtlänge von 25 m verbessert den Wirkungsgrad und verhindert Vereisung am Lüftungswärmetauscher. Ein Luftheizregister erwärmt die Zuluft auf Raumlufttemperatur.

(Basierend auf einem Text von kuster & kuster, mfhs)

08.01.2009
Innenausbau , Wohnhaus

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