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Bewegliche PV-Membranen: Soft House in Hamburg

Das Projekt „Soft House“ auf der Internationalen Bauausstellung (IBA) in Hamburg kombiniert eine einfache Vollholzbauweise aus heimischen Hölzern mit einem innovativen und intelligenten Konzept zur solaren Energiegewinnung. Die Architekten schufen ein Modell für zukünftiges Wohnen und Arbeiten.

Architekten: Kennedy & Violich Architecture und 360 grad+
Standort: Am Inselpark 5 A-D, D-21109 Hamburg-Wilhelmsburg

Soft House in Hamburg
Südfassade, Foto:Julian Lienhardt

Das Soft House ist ein Reihenhaus mit vier Einheiten im Passivhausstandard. Das Tragwerk besteht vollständig aus einfachen Brettern aus heimischen Hölzern, die mit Holzdübeln zu Brettstapel-Elementen verbunden werden. Diese können von örtlichen mittelständischen Betrieben hergestellt und verarbeitet werden. Die Vollholzbauweise stellt eine CO2-sparende Alternative zum klassischen Mauerwerk im Wohnungsbau dar.

Soft House in Hamburg
Twister, Foto: Julian Lienhardt

Außen ist das Softhouse mit einer anpassungsfähigen Konstruktion bekleidet, die mit flexiblen Photovoltaikzellen belegt ist. Die „Twister“, die Textilstreifen vor der Fassade, folgen durch Verdrehen um die eigene Achse dem Tagesverlauf der Sonne. Darüber hinaus lassen sich Aussicht und Verschattung von den Bewohnern individuell steuern. Auf dem Dach sind verformbare Bretter aus glasfaserverstärktem Kunststoff angeordnet, die sich durch elastisches Verbiegen dem Jahreszyklus der Sonne anpassen. Diese Art der nachgiebigen und anpassungsfähigen Photovoltaik-Anlage stellt eine weltweite Innovation dar, die beim Soft House erstmalig realisiert und so zum Ausgangspunkt künftiger Entwicklungen werden wird.

Soft House in Hamburg
Sturm gerade, Grafik: Knippers Helbig GmbH
Soft House in Hamburg
Sturm gedreht, Grafik: Knippers Helbig GmbH
Soft House in Hamburg
Winter gedreht, Grafik: Knippers Helbig GmbH
Soft House in Hamburg
Foto: Kennedy & Violich Architecture, Ltd.

Im Inneren kommen bewegliche und lichtdurchlässige Vorhänge zum Einsatz, die mit LEDs belegt sind. Diese werden über die Membranfassade mit Niederspannung versorgt. Die Vorhänge ermöglichen die individuelle Regulierung von Wärme und Licht und erlauben eine ständige Veränderung der großzügigen Innenräume.

Soft House in Hamburg
Foto: Kennedy & Violich Architecture, Ltd.

Das Soft House zeigt, wie die traditionell harten und schweren Technologien der solaren Energieerzeugung zu leichten und flexiblen Systemen werden können. „Das Soft House ist ein herausragendes Beispiel für intelligente Technologien und konzeptionelle Innovationen im Wohnungsbau“‚ sagt Uli Hellweg, Geschäftsführer der IBA.

Projektdaten

Entwurf Membranfassade und Tragwerksplanung: Knippers Helbig GmbH, Stuttgart - New York
Haustechnik: Happold Ingenieurbüro GmbH, Berlin
Ausführung: Textilbau GmbH (Hamburg), Holzbau Merkle (Bissingen), Svensson Global (Sweden), Global Solar (USA), Philips Eindhoven (Netherlands), Automated Devices (USA) and L-tonics (USA)
Fertigstellung: März 2013

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