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Zukunft des Bauens, Leipzig, DETAIL research

»Chance Bestand«, Leipzig // Programm

In hoch verdichteten Regionen entwickeln sich Umbau, Umnutzung und Nachverdichtung für brachliegende Gebäude und Areale für Stadtverwaltungen, Planer und Bauherren zu einer zunehmend interessanten Option. Neben der Chance, durch die Wiederverwendung und den Weiterbau der Strukturen, im Vergleich zu Abriss und Neubau, Kosten und Ressourcen einzusparen, besteht die Möglichkeit, mit einem reduzierten Einsatz der Mittel hohe bauliche Qualitäten zu erzeugen – in funktionaler, technischer und gestalterischer Hinsicht. Neue Nutzungskonzepte oder unkonventionelle Umstrukturierungen werten nicht nur ein Gebäude selbst, sondern auch ganze Stadtquartiere auf und führen auch bei angrenzenden Arealen zu einem Werterhalt. Ehemalige Industriebrachen werden so zu wertvollen Potentialzonen, um durch individuelle Umgestaltung einzigartige und lebendige Orte für viele Nutzergruppen zu bieten: von Wohnungssuchenden bis zur Kreativwirtschaft.

Architekten aus Planungsbüros, aus der Forschung und Vertreter der öffentlichen Hand sprechen am 26. Oktober 2017 in Leipzig über aktuelle Entwicklungen und Projekte zum Thema »Chance Bestand«. Diskutieren Sie gemeinsam mit den Referenten über die Zukunft des Planens und Bauens.

Programm

16:00 Uhr    Herausforderung »klimaneutraler Gebäudebestand«
Arnd Rose | Referat Forschung im Bauwesen, Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, Bonn                         

16:30 Uhr    Minimalinvasive Eingriffe: Skizze eines anderen Entwurfs- und Arbeitsprozesses
Hauke Möller | Teilhaber bei Pfister Schiess Tropeano und Partner, Zürich

17:00 Uhr    Deutschland-Studie: Potenziale vertikaler Nachverdichtung
Prof. Dr.-Ing. Karsten Tichelmann | Leiter Fachgebiet Tragwerksentwicklung und Bauphysik im Fachbereich Architektur der TU Darmstadt
 
17:30 Uhr    Pause    

18:00 Uhr    Wohnraumsanierung zwischen Denkmalschutz, Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung
Prof. Dr. Oliver Steffens | Dekan der Fakultät Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH), Regensburg

18:30 Uhr    Den Strukturwandel begleiten: Zukunftsweisend, funktionstüchtig, stadttüchtig
Heinrich Böll | Dipl.-Ing. Architekt BDA DWB, Essen

19:00 Uhr     Diskussion

19:30 – 20:30 Uhr  Get-together

Kurze Werbepause

Referenten und Vorträge:

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Hauke Möller
Minimalinvasive Eingriffe: Skizze eines anderen Entwurfs- und Arbeitsprozesses

Die Züricher PST Architekten beschäftigen sich seit Jahren mit den speziellen Grund- und Randbedingungen von Umbauten. Mit minimal invasiven Eingriffen bringen sie den Zauber und die Eleganz der Bestandsbauten wieder zum Vorschein und überführen sie in einen neuen Lebenszyklus, ohne die Spuren der Vergangenheit zu negieren. Umbauen wird immer auch als Weiterbauen verstanden – als ein Anknüpfen an die Geschichte des Ortes und seinen sozialen Strukturen. Solche Entwürfe sind den vielfältigen und unterschiedlichen Anforderungen angemessen grundlegend verschieden. Der Arbeitsprozess nimmt eine Haltung ein, die durch ein genaues Hinschauen bestimmt ist, durch eine tiefgreifende Analyse sämtlicher Bedingungen, der wirtschaftlichen, politischen, bauhistorischen, räumlich-funktionalen, ästhetischen.

Hauke Möller zeigt Fallbeispiele, die bereits ausgeführt wurden oder sich teils noch im Realitätstest beweisen müssen. Seine Themen sind das Zunutze machen von Bestandspotential, die Suche nach neuen Wegen zur Denkmalpflege und das Initiieren weiterführender Prozesse.

Hauke Möller, geb.1969, Dipl.-Ing. Architekt FH SIA, aufgewachsen in Göttingen. Grundausbildung zum Architekten in Norddeutschland (Oldenburg, Hamburg) – Diplom 1996 / Kammereintritt 1999. Findungsjahre in Süddeutschland 1998 bis 2003 (Akademie der Bildenden Künste München, Projektpartnerschaften Otto Steidle, selbständige Arbeiten). Praxisjahre in der Schweiz, seit 2013 Teilhaber des Architekturbüros Pfister Schiess Tropeano und Partner (PST) Zürich.

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Prof. Dr.-Ing. Karsten Ulrich Tichelmann
Deutschland-Studie: Die Potenziale vertikaler Nachverdichtung

In den meisten Wachstumsregionen in Deutschland fehlt bezahlbarer Wohnraum. Wie sich Wohnraumpotenziale durch Aufstockungen erschließen lassen, hat ein Team der TU Darmstadt in einer Studie für drei repräsentative Städte Bochum (NRW), Darmstadt (Hessen) und Norderstedt (SH) untersucht. Best-Practice-Beispiele veranschaulichen erfolgreiche Aufstockungs-Konzepte. Im Fokus der Betrachtungen standen unter technologische und konstruktive Voraussetzungen, der baurechtliche und baukulturelle Rahmen sowie Wirtschaftlichkeitsberechnungen.

Prof. Dr.-Ing. Karsten Tichelmann leitet an der TU Darmstadt am Fachbereich Architektur das Fachgebiet Tragwerksentwicklung und Bauphysik. Er studierte Ingenieurwissenschaften an der TU Darmstadt und promovierte an der TU München. Karsten Tichelmann ist Wissenschaftlicher Leiter an der Versuchsanstalt für Holz- und Trockenbau und Partner der Tichelmann & Barillas TSB Ingenieurgesellschaft in Darmstadt. 2009 wurde er in den Vorstand des Fördervereins der Bundesstiftung Baukultur berufen und leitet diesen seit 2011 als Vorstandsvorsitzender.

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Prof. Dr. Oliver Steffens
Wohnraumsanierung zwischen Denkmalschutz, Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung

Im sozialen Wohnungsbau spielen genossenschaftliche Wohnquartiere eine prominente Rolle. Ihr geschlossenes Erscheinungsbild mit meist hohen architektonischen und städtebaulichen Qualitäten macht sie zu identitätsstiftenden Orten für junge Menschen, Familien und Senioren. Heute stellen die Siedlungen der 1920er bis 1940er Jahre ca. 12% des deutschen Wohnungsbestandes dar. Viele Gebäude weisen erhebliche energetische Einsparpotenziale auf, bei einer Sanierungsquote von knapp 1%. Am Beispiel eines abgeschlossenen Forschungsprojekts (RENARHIS) und neuerer Ergebnisse, die im Rahmen Integrierter Quartierskonzepte erarbeitet wurden, werden Ansätze für die Gebäudemodernisierung im Spannungsfeld von Denkmalschutz, Wirtschaftlichkeit und sozialer Verantwortung aufzeigt und aktuelle Forschungsansätze vorgestellt.

Oliver Steffens ist seit 2010 Professor für Angewandte Physik und Bauphysik an der Fakultät Allgemeinwissenschaften und Mikrosystemtechnik der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg. Seine Lehr- und Forschungsschwerpunkte liegen u.a. im Bereich Bauphysik und energetische Gebäudemodernisierung in den Studiengängen Bauingenieurwesen und Gebäudeklimatik. Er leitet das »Kompetenzzentrum Nachhaltiges Bauen« (KNB), einen Verbund von Professorinnen und Professoren der Fakultäten Architektur, Bauingenieurwesen, Allgemeinwissenschaften und Maschinenbau der OTH und ist Sprecher des Forschungsclusters »Nachhaltiges Bauen und Historische Bauforschung«.

Zukunft des Bauens, DETAIL research

Heinrich Böll
Den Strukturwandel begleiten: Zukunftsweisend, funktionstüchtig, stadttüchtig

Für Heinrich Böll ist der »Bauwille, der über die primitiven Erfordernisse und reinen Nützlichkeitserwägungen hinausgeht« eine berufsimmanente Herausforderung, die er auf die räumlichen und materiellen Strukturen der Gebäude, die Bauprozesse und die städtebaulichen Zusammenhänge überträgt. In der langjährigen Auseinandersetzung mit architektonischen Themen des im Strukturwandel begriffenen Ruhrgebiets hat sein Büro eine Haltung entwickelt, die das Neue zukunftsweisend, das Bestehende funktionstüchtig und die Brache stadttüchtig macht. Projekte wie die Zeche Zollverein Schacht XII belegen wie  Orte und Gebäude, die in der Bedeutungslosigkeit zu versinken drohen, Ausdruck und Form sowie eine zeitgemäße Qualität erhalten.

Heinrich Böll studierte Architektur an der Technischen Universität Berlin (1961-68), er diplomierte bei Prof. O. M. Ungers. Seit 1969 arbeitet er als selbständiger Architekt mit eigenem Büro in Essen, seit 1975 in ständiger Arbeitsgemeinschaft mit dem Architekten Dipl.-Ing. Hans Krabel. Heinrich Böll ist unter anderem Architekt der Sanierung des Welterbes Zeche Zollverein XII (seit 1989) und Mitglied in den Gestaltungsbeiräten der Städte Dortmund und Monheim.

Arnd Rose
Herausforderung »klimaneutraler Gebäudebestand«

Bis zur Mitte dieses Jahrhunderts wird in Deutschland ein »klimaneutraler Gebäudebestand« angestrebt. Doch der größte Teil des Gebäudebestands von 2050 ist längst gebaut. Paradoxerweise wissen wir oft mehr über die Qualitäten von Bauten, die noch errichtet werden, als über diejenigen von Gebäuden, die teilweise schon seit Jahrhunderten in unserem Land stehen. Dabei liefern energetische Fragen nur ein Beispiel dafür, dass die zentralen Herausforderungen für das Planen und Bauen der Zukunft im Umgang mit der Ressource Baubestand liegen. Der Vortrag gibt einen Einblick in aktuelle Fragestellungen und Projekte der Forschungsinitiative Zukunft Bau und stellt modellhafte Ansätze für eine zukunftsweisende Weiterentwicklung des Gebäudebestands vor.
 
Arnd Rose ist Architekt und seit 2014 Referent im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Bonn. Im Referat Forschung im Bauwesen betreut er Projekte der Antragsforschung Zukunft Bau und ist als Projektleiter für das Programm »Modellvorhaben im Effizienzhaus Plus Standard« zuständig.

Alle Veranstaltungen im Überblick


Wir bitten um Ihre verbindliche Anmeldung. Über das Online-Tool können Sie sich bereits Ihre Tickets für die gesamte Veranstaltungsreihe sichern. Die Teilnahme ist kostenfrei.

29. Juni 2017, Hamburg
INTEGRALE PLANUNG
Bau- und Prozessmanagement 4.0
> Weitere Informationen
> Anmeldung

18. Juli 2017, Köln
STÄDTISCHES WOHNEN IM WANDEL
Kostengünstig und lebenswert
> Weitere Informationen
> Anmeldung

26. September 2017, Frankfurt
KLIMAGERECHTES BAUEN
Lebensqualität im Spannungsfeld von Hightech und Lowtech
> Anmeldung

26. Oktober 2017, Leipzig
CHANCE BESTAND
Umbauen, Umnutzen, Umdenken
> Anmeldung

21. November 2017, München
MATERIAL UND KONSTRUKTION
Von der Forschung zur Anwendung
> Anmeldung

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