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Allmann Sattler Wappner Architekten, Friends, Hirschgarten, LBBW Immobilien Capital GmbH, München, Deutschland, Brigida González

Dreieckige Erker: Wohnhochhäuser in München

Serielles Bauen mit identischen Bauteilen muss nicht zwangsläufig repetitive Stringenz zur Folge haben. Raumhohe Verglasungen und versetzt angeordnete dreieckige Erker, deren Anzahl pro Geschoss nach oben hin zunimmt, sind die charakteristischen Merkmale der zwei 58 m hohen Wohntürme.

Direkt an der Bahnstrecke bilden sie die ersten Hochpunkte in der Reihe gleich hoher Bürotürme entlang der Einfahrt zum Münchner Hauptbahnhof und flankieren gleichzeitig die viel befahrene Friedenheimer Brücke. Durch die einheitliche Gebäudehülle werden die Türme mit den fünf bis sechsgeschossigen Sockelbauten gestalterisch verbunden, setzen sich jedoch von den Hotelbauten des Quartiers und der Nachbarschaft deutlich ab. Die Erker schaffen nicht nur ein unverwechselbares Erscheinungsbild. Ohne Einblick in die Nachbarwohnung zu gewähren, bieten sie Ausblicke entlang der Fassaden und erzeugen so – zusätzlich zur Raumhöhe von 2,85 m – einen großzügen Raumeindruck. Das kommt vor allem den kompakten Apartments zugute, die sich an der Nordfassade zum Nymphenburger Schlosspark orientieren, aber auch den Südwohnungen mit Alpenblick, aus deren Erkern die Silhouette der Innenstadt sichtbar ist. Die großen Glasflächen waren genehmigungsfähig, da im Bebauungsplan ursprünglich an gleicher Stelle ­Bürotürme vorgesehen waren. Bei der Entwicklung der Gebäudehülle waren hohe Schallschutzanforderungen maßgeblich. Die 2,90 m hohen und bis zu 2,90 m breiten Fassadenelemente sind als Festverglasung ausgeführt. In jeder Wohnung hat mindestens ein Element zusätzlich einen schmalen verglasten Öffnungsflügel sowie eine opake Lüftungsklappe hinter einer Prallscheibe als Windschutz. Frischluft wird über fassadenintegrierte Öffnungen und Kanäle in der abgehängten Decke in die Räume geführt. Anstelle individueller Freibereiche innerhalb der Apartments steht allen Bewohnern die großzügige gemeinschaftliche Dachterrasse zur Verfügung.
 
Die Elementfassade wurde von schmalen horizontalen Kletter-Plattformen aus montiert, die über die gesamte Gebäudebreite spannen und mit zunehmendem Baufortschritt vom Sockel zum Dach mitgeführt werden. Durch den Verzicht auf ein konventionelles statisches Gerüst über die gesamten Fassaden konnten Bauzeiten und Kosten optimiert werden.

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Eine ausführliche Print-Dokumentation finden Sie in unserer Ausgabe DETAIL 7+8/2017 mit dem Themenschwerpunkt »Serielles Bauen«.

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