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The Smile, London, AHEC

Ein Lächeln aus Laubholz: Installation »The Smile« in London

Mit Wippen hat das »offizielle« Architekturdeutschland ja so seine Erfahrungen: Im Frühjahr 2016 stoppte der Haushaltsausschuss des Bundestags den Bau des geplanten »Einheitsdenkmals«, das eigentlich gegenüber des neu errichteten Stadtschlosses in Berlin entstehen sollte. Entworfen hatten es die Agentur Milla und Partner (Stuttgart) und Sasha Waltz (Berlin), die 2010 einen entsprechenden Gestaltungswettbewerb gewonnen hatten.


Berlin wird also ohne Großwippe auskommen müssen. In London hingegen wird ein ähnlicher Baukörper derzeit realisiert: Mitte September soll dort »The Smile« eröffnet werden, entworfen von Alison Brooks Architects und dem Ingenieurbüro Arup für einen Standort im Innenhof des Chelsea College of Arts. Die gekrümmte Holzröhre ist eine von vier ortsspezifischen »Landmark Projects« im Rahmen des diesjährigen London Design Festivals. Ergänzend dazu sollen im Laufe des knapp einmonatigen Events rund 400 Einzelveranstaltungen in der britischen Hauptstadt stattfinden.


Wirklich wippen kann man mit »The Smile« indessen nicht. Die 34 Meter lange, 3,5 Meter hohe und 4,5 Meter breite tunnelartige Skulptur aus Brettsperrholz wird in der Mitte fest am Boden verankert sein. Trotzdem betreten die Ingenieure von Arup hier statisches Neuland: Nach eigenen Angaben handelt es sich bei »The Smile« um das avancierteste BSH-Bauwerk, das sie je geplant haben. Einzigartig ist das Material: Anders als sonst üblich sind die zwölf Einzelelemente, aus denen sich die Röhre zusammensetzt, nicht aus Nadel-, sonder aus tragfähigerem Laubholz hergestellt. Verwendet wurde in diesem Fall Rosenholz (Tulipwood), das im Osten der Vereinigten Staaten reichlich vorkommt.


Das aus Amerika importierte Rohmaterial wurde von Züblin in Deutschland zu Brettsperrholzelementen weiterverarbeitet, die schließlich vor Ort mit mehreren Tausend selbstschneidender Schrauben zum fertigen Bauwerk verbunden werden.  Die beiden »Balkone« an den Röhrenenden sollen es den Besuchern ermöglichen, London aus einer »anderen Perspektive« zu erleben, so Alison Brooks. Zusätzlich sind die Seitenwände an jenen Stellen, wo die geringsten Kräfte auftreten, mit Lochungen versehen, durch die Tageslicht einfällt. Auf diese Weise wird der Kräfteverlauf zumindest indirekt ablesbar.

Nach Angaben des American Hardwood Export Council (AHEC) ist »The Smile« das erste Bauprojekt überhaupt, bei dem industriell gefertigtes Laubholz-BSH zum Einsatz kommt. Die Arup-Ingenieure loben den Werkstoff als besonders effizient: Gerade einmal 60 Kubikmeter Holz seien erforderlich gewesen, um einen umbauten Raum von 150 Quadratmetern Fläche zu schaffen.

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