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Einfamilienhaus in Marly; Karawitz; Paris; Marly-le-Roi

Ein Passivhaus lernt fliegen: Einfamilienhaus in Marly

Marly-le-Roi ist ein relativ ruhiger und eher wohlhabender Wohnvorort südwestlich von Paris, wo sich die Häuser üblicherweise hinter hohen Zäunen und Hecken vor unerwünschten Blicken verschanzen. Doch es gibt Ausnahmen wie zum Beispiel das Passivhaus, das Mischa Witzmann und Milena Karanesheva dort mit ihrem Pariser Architekturbüro Karawitz unlängst realisiert haben. Zu den Nachbarhäusern waren jeweils Abstandsflächen einzuhalten. Doch indem sie den Baukörper so nah als möglich an die Straße rückten, versuchten die Architekten der Vorortssiedlung zumindest ein Minimum an Urbanität einzuhauchen. Ein Stahlzaun und ein breites Schiebetor halten unerwünschte Gäste fern – und verdecken zugleich den Blick auf die ungewöhnliche dreiteilige Konstruktion des Hauses: Das Untergeschoss besteht aus einer klassischen Betonwanne, das Erd- und Obergeschoss aus einer Holz-Massivkonstruktion mit vorvergrauter Lärchenschalung. Dazwischen, auf Höhe der Grasnarbe, fügten die Architekten ein umlaufendes Fensterband ein und stellten den Oberbau auf schlanke Stahlstützen, die ihn gleichsam zum Schweben bringen.

Von der Straße führt führt die Zufahrt direkt ins Untergeschoss, wo das Auto der Hausherren geparkt und das Brennholz gelagert wird. Von hier aus entwickelt sich das 140 Quadratmeter große Vierpersonenhaus zwei Etagen in die Höhe – im Untergeschoss mit einer Betontreppe und im Obergeschoss mit einer schlanken Stahltreppe, deren Wangen jeweils aus einem Stück Blech gefaltet wurden. Im Erdgeschoss gruppieren sich drei Räume um den zentralen Holzofen, der das ganze Haus mit Heizwärme versorgt: auf der einen Seite die Küche und das eher intime Wohnzimmer und auf der anderen – zwei Treppenstufen höher – das Esszimmer, das die ganze Gebäudelänge einnimmt und sich zu einer Terrasse auf der Straßenseite hin öffnet. Das Elternschlafzimmer und die beiden Kinderzimmer im Dachgeschoss bieten deutlich mehr Privatsphäre. Sie erhalten Tageslicht aus schmalen, horizontalen Fensterbändern sowie aus Dachfenstern.

In den Innenräumen blieben die Materialien zumeist unverkleidet beziehungsweise wurden (wie das Massivholz) nur weiß lasiert. Außenwände und Dach des Hauses bestehen einheitlich aus 94 mm starkem Brettsperrholz eines österreichischen Anbieters. Die Wände erhielten außen 240 mm Holzfaserdämmung und eine 30 mm starke Lärchenholzverkleidung. Das Dach ist mit 320 mm Zellulose zwischen Holzstegträgern gedämmt und mit einer Zink-Stehfalzdeckung eingedeckt.

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Weitere Informationen:

TGA-Planung: 
Solares Bauen GmbH, Freiburg
Tragwerksplanung: Ingéniérie Bois, Schiltigheim
Fotos: schnepp + renou

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