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Jörg Koopmann, Futuro

Ein Ufo im urbanen Raum: Futuro in München gelandet

Auf dem grünen Rasen der Pinakothek der Moderne gibt es seit kurzem ein Stück Designgeschichte zu bewundern. Die Designikone des Space Age entstand in den Jahren 1965-1967 in Finnland. Auch für heutige Betrachter wirkt das ellipsoide, auf einem filigranen Stahlgestell ruhende Futuro wie ein Zukunftsvision.

Das Futuro von dem finnischen Architekten Matti Surronen gilt als wichtigstes Kunststoffhaus in der Geschichte. Der Entwurf zu dem Hybrid aus Objekt und Haus entstand in einer Zeit in der neue Materialien und Ideen den mobilen Lebensraum revolutionieren sollten. Das Streben nach flexiblerem, mobilem und massenproduzierbarem Design war maßgeblich für die Gestalt des Futuro.

Das ursprünglich als Skihütte konzipierte Kunststoffhaus sollte einige entscheidende Anforderungen erfüllen. Angedacht war es für eine Lebensdauer von mindestens 30 Jahren. Dabei sollte die neue Hütte auf eine filigrane Konstruktion aufbauen die leicht zu transportieren und nahezu auf jedem Terrain installiert werden konnte. Neben der Massenproduzierbarkeit sollte es, vor allem für die Nutzung in kalten Regionen, über eine besonders effiziente Isolierung und Heizung verfügen.
Mit seinen acht Meter Durchmesser und knapp sechs Metern Höhe hat das Futuro ca. 25 Quadratmeter Wohnfläche, die in weniger als 30 Minuten beheizbar sind. Die ursprüngliche Ausstattung sah eine Nasszelle, eine Küche und einen Wohnraum mit Kamin vor. Die glasfaserverstärkte Kunststoffhülle des Ellipsoids besteht aus 16 Kreissegmenten die vor Ort in weniger als zwei Tagen zusammengebaut werden können. Die ausklappbare Tür fungiert zugleich als Treppe und verbindet das Ufo mit dem Boden. Die fahrzeugähnliche Tür, die kreisrunden Fenster und Notausstiege sowie das von weitem kaum merkliche Stahlgerüst vermitteln den Eindruck als könnte das Futuro im nächsten Moment davonschweben.

Bei dem nach einer umfassenden Restaurierung begehbaren Exponat der neuen Sammlung handelt es sich um eines von nur ca. 60 bekannten erhaltenen Exemplaren des Futuro. Es wurde bewusst auf einen Nachbau des Innenausbaus verzichtet. Stattdessen findet sich eine halbkreisrunde Sitzbank im Inneren der Kapsel.

Die Präsentation des Objekts wird begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm.
Den Auftakt bildet ein Social Media Event bei dem unter dem Hashtag #futuroMUC Ideen und Entwürfe zum Thema Wohnen der Zukunft geteilt werden sollen. Auch eine Kooperation mit der TU München zur Erarbeitung von Zukunftsvisionen des Wohnens und eine Fotografieausstellung mit Bildern des Futuro sind geplant. Das orange Innere des »Ufos im urbanen Kontext« kann ab dem 02.06.2017 vorerst Donnerstag, Samstag und Sonntag vor der Pinakothek der Moderne in München besichtigt werden.

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