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Foto: Nigel Young / Foster + Partner

Eine Bühne für St. Moritz: Eispavillon von Foster + Partners

Das Kulm Hotel ist mit der Geschichte und dem Aufstieg von St. Moritz eng verbunden. Ein englischer Hotelier lancierte mit einer geschickten Wette den Wintersporttourismus, bis heute mit bekanntem Erfolg. Zum Ensemble des Hotels gehört auch der Country Club mit dem angrenzenden Kulm Park. Die große Fläche wurde im Winter zum Eislaufen, für die Olympischen Winterspiele und für das Austüfteln neuer Sportarten benutzt. Direkt nach der Eröffnung konnten dieses Jahr dort die Medaillen der Skiweltmeisterschaft verliehen werden.

Um den Kulm Country Club zu renovieren und zu erweitern, wurde Lord Norman Foster engagiert. Er ist selber Bewohner der Gemeinde. Das Verständnis des Architekten dafür, was der Ort den Einwohnern bedeutet, trug maßgeblich zur Formfindung bei.

Das 1905 erbaute Bestandsgebäude fasst das niedriger liegende Gelände des Parks an einer Ecke. Mit seinem Natursteinsockel wirkt es geradezu wehrhaft und lässt von der Straße aus keine Blicke ins Innere zu. Der Eispavillon führt die Mauer zur Straßenseite zwar weiter, löst sie aber in eine horizontale Lattung auf. Nur im Bereich der Bühne ragt sie bis auf Traufhöhe. Zu beiden Seiten davon gibt der Entwurf den Blick auf die Berge und auch auf den Kulm Park frei.

Der Country Club besteht aus drei Baukörpern. An der Ecke nimmt ein sechseckiger, repräsentativer Treppenraum den Haupteingang auf. Davon gehen rechtwinklig zwei Flügel ab. Der längere von beiden zeigt in Richtung des neuen Eispavillons und fällt durch seine von filigranen Holzständern gegliederte Fassade auf. Diese setzt sich optisch stark von den ansonsten verputzten und gemauerten Fassadenflächen ab. Der neue Eispavillon greift die Thematik der herausragenden Handwerkskunst und raffinierten Verwendung von Holz als Baustoff wieder auf. Y-förmige Säulen aus Holz tragen das auskragende Dach, das einen Großteil des Pavillons vor Schnee und Regen schützt. Zur Parkfläche hin bildet der Bereich große Stufen aus. So vermittelt er zwischen den unterschiedlichen Ebenen und ist als Bühne aber auch als Tribüne nutzbar.

In der Reihe aus Country Club und Eispavillon folgt noch ein weiterer, kleinerer Pavillon. Er wirkt wie die verkleinerte Kopie seines Nachbarn und schließt das Ensemble vorerst ab. An dieser Stelle könnte allerdings in Zukunft ein weiteres Gebäude für den Ausrüstungsverleih Platz finden.

Wie ein roter Faden zieht sich ein Kupferrohr durch das Ensemble. Dem Country Club dient es als Regenrinne, am Eispavillon und den daran anschließenden Strukturen als Randabdeckung. So entsteht eine starke optische Verbindung und die beiden Bauwerke werden trotz unterschiedlicher Bauzeiten als Einheit lesbar.

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Weitere Informationen:


Team: Norman Foster, David Summerfield, Kirsten Scott, Ignacio Diaz Raya, Eduardo Ruiz de Assin Fierro, Emmanuelle Dechelette, Jan Dierckx, Jon Espinosa, Josh Corfield
Zusammenarbeit mit: Küchel Architects AG



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