You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Foto: Archiv Olgiati

Entwurf mit Tiefgang: Haus in Laax

Oberflächlich betrachtet wirkt das Projekt wie zwei autarke Bauten: Schlichte Volumina, die an den jeweiligen Außenseiten des Grundstücks positioniert sind. Diese architektonische Raffinesse ist dem Bauamt geschuldet. Aufgrund von Beschränkungen galt es, den mittleren Bereich des Bauplatzes oberirdisch nicht zu verändern. Erst bei genauerer Betrachtung zeigt sich, dass es sich bei dem Gebäudeduo um ein zusammenhängendes Einfamilienhaus handelt. Die zwei Körper werden durch einen rund 90 Meter langen, unterirdischen Gang verbunden und zusammengefasst.

Bedingt durch die Länge der Parzelle fügen sich die zwei Baukörper in ein unterschiedliches Umfeld ein. Der niedriger gelegene Teil, in unmittelbarer Nähe zum Dorf, orientiert sich an belebteren Strukturen, während der andere an landwirtschaftlich genutzte Flächen grenzt.

Die Gestaltung der rechteckigen Volumina erscheint nach außen hin schlicht. Glatte Fassaden aus weißem Sichtbeton finden ihren Abschluss in flachen Satteldächern. Das Hauptaugenmerk liegt in beiden Gebäudeteilen auf den stirnseitigen Panoramafenstern, die jeweils eine Verbindung zu ihrer unmittelbaren Umgebung schaffen und ungehinderte Aus- und Einblicke ermöglichen. Auf geschickte Art und Weise gelingt es den Architekten, das Einfamilienhaus sowohl in den belebten, als auch in den ruhigen Kontext gleichermaßen einzufügen und ein stimmiges Bild zu erzeugen. Beide Häuser funktionieren sowohl als Individuen als auch in ihrer Gesamtheit.

Die Innenräume wirken großzügig und – dank gezielt platzierter Oberlichter im Gangbereich – im gesamten Gebäude gleichermaßen hell und freundlich. Bei der Oberflächengestaltung setzt man neben hellen Steinböden abermals auf schlichten, weißen Sichtbeton, der Decken und Wänden einen homogenen Ausdruck verleiht. Das Thema des simplen Hauses findet sich in Form von kleinen Details im gesamten Bau wieder. Ob als Querschnitt im Gang oder als gemütliche Nische, in die man sich zurückziehen kann.

Programmatisch gliedern sich die zwei Häuser in unterschiedliche Funktionsbereiche. Der dem Dorf nähere Teil bietet Platz für Kinder und Gäste. Arbeits- und Elternzimmer sind im anderen Volumen untergebracht. Das zentrale Element bildet die verbindende Gangzone, die als Bereich des Aufeinandertreffens und des täglichen Lebens konzipiert ist.

Komplettiert wird das Haus in Laax durch Betonkernaktivierung, Heizung mittels Erdsonden und einer kontrollierten Wohnraumbelüftung, die es auch aus energetischer Sicht zu einem Vorzeigeprojekt machen.

Kurze Werbepause

Aktuelles Heft

DETAIL 6/2017
Bauen mit Glas

Bauen mit Glas

Zum Heft

Shop-Empfehlung

Anzeige