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Komplexe Einfachheit: Schulhaus in Fertigteil-Holzbauweise

Mit einer klaren Formensprache präsentiert sich die Erweiterung des Oskar-Maria-Graf-Gymnasiums in Neufahrn. Für das freistehende Gebäude gab es zweierlei Bedingungen: Es sollte den Budgetrahmen einer Containerlösung nicht sprengen und bei Bedarf jederzeit erweitert werden können. Der Entwurf in Fertigteil-Holzbauweise konnte beidem gerecht werden.

Architekten: Deppisch Architekten, Freising
Standort: Keltenweg 5, D–85375 Neufahrn bei Freising

Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten
Foto: Sebastian Schels
Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten
Lageplan, Grafik: Deppisch Architekten

Um den Schülern ein ästhetisches Gebäude mit guter Lernatmosphäre zu bieten, grenzten sich die Architekten bewusst von einer Containerlösung ab. In Anbetracht der Anforderungen wurde eine Holzkonstruktion bestehend aus vorgefertigten Brettsperrholzelementen errichtet. Das schottenartige Konstruktionsprinzip bildet mit einem Elementraster von 1,25 m eine klare Struktur. Die Besonderheit liegt in der Entwicklung und Realisierung komplexer Konstruktionsdetailpunkte.

Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten, Grundriss EGErweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten, Grundriss 2.OG
Grundriss EG: 1 Foyer, 2 Technik, 3 Lehrmittel, Grafik: Deppisch Architekten
Grundriss 2. Obergeschoss: 4 Klassenraum, Grafik: Deppisch Architekten
Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten, Schnitt
Schnitt a-a, Grafik: Deppisch Architekten
Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten, Schnitt
Schnitt b-b, Grafik: Deppisch Architekten

Eine raumhohe Öffnung in der mittigen Klassenzimmertrennwand im 2. Obergeschoss ermöglicht die Verbindung zweier Klassenräume zu einem großen Versammlungsraum. Da diese Öffnung die Abtragung der Deckenlasten unterbricht, mussten die als Einfeldträger längs zur Südfassade spannenden Deckenelemente mit selbstbohrenden Schrauben an einem Brettsperrholz-Überzug in der Dachfläche »hochgehängt« werden. Auf vergleichbare Weise erfolgt auch die Lastabtragung der über dem außenliegenden Eingangsbereich nach oben in die Klassenzimmertrennwände befestigten Deckenelemente. In beiden Fällen wurden die Schraubenköpfe aus optischen und Brandschutzgründen mit Holzstöpseln überdeckt. 

Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten
Raumhohe Öffnung für mobile Trennwand im 2. Obergeschoss, Baustellenfoto: Dittrich
Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten
Deckenelemente über dem 2. Obergeschoss werden an Brettsperrholz-Überzug »hochgehängt«, Baustellenfoto: Dittrich
Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten, Detail Überzug
Detail Überzug Längsschnitt, Grafik: GROSSMANN Bau GmbH&Co.KG
Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten, Detail Überzug
Detail Überzug Querschnitt, Grafik: GROSSMANN Bau GmbH&Co.KG
Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten
Deckenuntersicht vor Verstöpselung der Bohrlöcher, Baustellenfoto: Dittrich
Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten
Eingangsbereich, Baustellenfoto: Dittrich

Die Treppenkonstruktion erfolgt mithilfe einer einfachen Stahlwinkelbefestigung. Beiderseits an die Wände angebrachte Stahlwinkel tragen die Holzstufen, dessen Untersicht aus Holz erkennbar ist. Die materialsichtigen Unterseiten der einzelnen Stufen stellen so ein weiteres Merkmal des Gestaltungskonzepts dar. Der mittige Erschließungsbereich und die Treppenräume wurden hinsichtlich ihrer Abmessungen so konzipiert, dass sie auch im Falle einer Erweiterung genügend Raum bieten. Bei Bedarf lässt sich im Norden ein weiterer, am Flur gespiegelter Klassentrakt ergänzen.

Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten
Stahlwinkel der Treppenkonstruktion, Baustellenfoto: Dittrich
Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten
Treppenkonstruktion, Baustellenfoto: Dittrich
Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten
Treppenschnitt, Grafik: Deppisch Architekten
Erweiterung Gymnasium Neufahrn, Deppisch Architekten
Treppendetail, Grafik: Deppisch Architekten

Neben der Kosteneffizienz ist auch das Energiekonzept des Entwurfs ganzheitlich durchdacht: Die kompakte Gebäudeform und die geschlossene Nordfassade minimieren Transmissionsverluste, Photovoltaik-Module auf der Dachfläche decken den Strombedarf, und großflächige Südverglasungen ermöglichen eine effektive passive Solarnutzung. Hinzu kommt der hohe Anteil nachwachsender Rohstoffe, der die Herstellungsenergie der Baustoffe minimiert. 


Weitere Informationen:


Planung und Bauleitung: Deppisch Architekten, Freising
Freianlagen: Deppisch Architekten, Freising
Tragwerk, Bauphysik, Brandschutz, EnEV: Planungsgesellschaft Dittrich, München
Heizung Lüftung Sanitär: Ingenieurbüro Vogt, Freising
Elektro: Ingenieurbüro Pfnür, Freising
Planung PV-Anlage: Deppisch Architekten, Freising
Planung Inneneinrichtung: Deppisch Architekten, Freising

Weitere Informationen zu dem Projekt »Erweiterung Gymnasium Neufahrn« finden Sie in DETAIL structure 01/2015

Stichworte:

Dieser Artikel ist aus dem Heft:

STRUCTURE S1/2015

Structure 1/2015

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