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Cell Towers, Self Assembly Lab, MIT

Mobilfunkmasten neu gedacht

Der Designvorschlag für Mobilfunkmaste des M.I.T-Professors Skylar Tibbits basiert auf biaxial geflochtenen Röhren mit einem Carbon- oder Glasfaserbewehrten Kompositmaterial. Nach Tibbits soll die Struktur auf die Umgebungsbedingungen reagieren. Schon kleine Kräfte an den Fußpunkten des Mastes – resultierend aus Wärme, Sonneneinstrahlung oder Wind –, sogar elektronische Signale sollen die flexible Konstruktion in Bewegung setzen wie eine »überdimensionale Marionette«. Am oberen Ende und auf halber Konstruktionshöhe der selbsttragenden Struktur sind miteinander verbundene Zugseile angebracht. Je nach Höhe der äußeren Zugkräfte weitet sich das Gebilde aus oder zieht sich zusammen. Tibbits untersuchte Varianten, bei der die Struktur unterschiedliche Formen annehmen kann – von einem hohen Turm über eine gewölbte Blase bis hin zu einem gedrungenen Baldachin.
Zudem verhält sich die Struktur in ähnlicher Weise wie eine Chinesische Fingerfalle bzw. Extensionshülle. Eine Extensionshülle ist ein aus einem Geflecht bestehendes Rohr mit einem offenen und einem geschlossenen Ende. Je stärker die Zugkraft auf das Geflecht, umso enger wird es. In der Molekularbiologie wird dieses Verhalten auch als »catch bond« bezeichnet. Was heißt: Die Anwendung äußerer Kräfte macht die Struktur stabil.

Mit seinen flexiblen Cell Towers entwickelt der M.I.T.-Professor weit mehr als ein notwendiges Infrastruktur-Objekt. Für ihn hat diese neue Art von Mobilfunkmast einen ganz neuen, eigenständigen Charakter. Die Struktur wird zur ästhetischen Komponente in der Landschaft.
2015 kürte die »National Geographic« Skylar Tibbits  zum »Emerging Explorer«; 2013 erhielt er u.a. den Architectural League Prize. Tibbits wurde mit seinem Projekt der Mobilfunkmaste kürzlich im Magazin »Look Again« der New York Times vorgestellt als einer von sechs Designern, die »die Welt neu erdenken«. Der Artikel entstand in Zusammenarbeit mit Paola Antonelli, Seniorkuratorin des Museum of Modern Art.

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