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Moholt Student Towers, MDH Arkitekter

Moholt Student Towers

Ursprünglich sahen die Architekten für die Wohntürme eine Stahlbetonstruktur mit Mauerwerksausfachung vor. Diese konventionelle Bauweise hätte sich an der Bestandsarchitektur – rote Klinkerbauten – orientiert. Der Anspruch an das energetische Konzept der Neubauten war jedoch sehr hoch gesteckt; daher überprüften die Planer, ob eine Holzkonstruktion aus Brettsperrholz (CLT, Cross Laminated Timber) geeignet sei, um diese zu erfüllen. Auch aus statischer Sicht eigneten sich die relativ kurzen Spannweiten und Y-förmigen Volumina der Wohntürme für eine CLT-Konstruktion. Die eingesetzten massiven Holzelemente wirken als flächige Bauteile und tragen die Lasten der z.B. durch Wind auf das Gebäude wirkenden Horizontalkräfte geschossweise ab. Die Geometrie der Elemente-Verbindungen variiert je nach Geschoss bzw. Lastbeanspruchung.

Die neungeschossigen Wohngebäude sind jeweils 28 Meter hoch. Erd- und Untergeschoss sind in bewehrtem Ortbeton konstruiert. Die Tragstruktur der Obergeschosse besteht aus vorgefertigten CLT-Elementen; Aufzugsschächte und Treppenhäuser sind ebenfalls in Brettsperrholz konstruiert. Sowohl äußere als auch innere Wände sind statisch tragend; letztere prägen mit ihrer sichtbaren hölzernen Oberfläche den Raum. Aus einer im Maßstab 1:1 durchgeführten Brandschutzprüfung ließen sich verlässliche Daten bezüglich Brandverhalten und der daraus resultierenden Bauteil-Dimensionierung, der Brennrate und der Sprinklerkapazität ableiten. In einzelnen Decken und Wänden eingebaute Gipskartonplatten, Estrich und Dämmmaterial tragen zur Erfüllung des erforderlichen Brand- und Schallschutzes bei. Einige tragende Wände, beispielsweise die inneren Treppenhauswände, erhielten einen transparenten, feuerfesten Anstrich.

Die Fassaden der Wohntürme sind mit überlappend angeordneten Kiefernholz-Paneelen verkleidet, deren Haltbarkeit durch Behandlung mit einer bio-basierten Flüssigkeit erhöht wurde. Die Verkleidung des Erdgeschosses erhielt zusätzlich einen Feuerschutzanstrich, während die übrigen Fassadenelemente naturbelassen sind.

Die Wohntürme sind nach Passivhaus-Standard konstruiert. Durch die Verwendung von Brettsperrholz konnte der CO2-Verbrauch gegenüber einer konventionellen Bauweise um rund 57 Prozent gesenkt werden. Beheizt bzw. gekühlt werden die Gebäude über Geothermie.

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