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Neues Gesundheits- und Bildungszentrum mit Textilbeton-Fassade

Gesundheits- und Bildungszentrum mit vorgehängter hinterlüfteter Fassade mit Textilbeton-Elementen, Albstadt-Ebingen
Foto: Grotz-Beckert KG, DAlbstadt

Neues und Bewährtes fanden am Stammsitz von Groz-Beckert im schwäbischen Albstadt-Ebingen zusammen. Der Neubau des dem Unternehmen angeschlossenen Gesundheits- und Bildungszentrums weist eine vorgehängte hinterlüftete Fassade aus »betoShell«-Textilbeton-Elementen auf, die von Hering Bau hergestellt und mit Gittern aus in Epoxidharz getränkten Glasfasern bewehrt wurde. Diese wurden vom Bauherrn selbst entwickelt und produziert. Die Gitter werden von der hundertprozentigen Tochter des Unternehmens, Solidian GmbH, unter dem Produktnamen »Soligrid« vertrieben.

Als führender Anbieter von industriellen Maschinennadeln, Präzisionsteilen sowie Systemen und Dienstleistungen für die Herstellung und Fügung textiler Flächen beschäftigt Groz-Beckert rund 8.000 Mitarbeiter. Um den 2.200 Mitarbeitern am Standort der Firmenzentrale in Albstadt-Ebingen ein ganzheitliches Versorgungskonzept zu bieten, schuf das Unternehmen ein modernes, aus zwei Gebäuden bestehendes Zentrum mit zwei Nutzungsbereichen: »Gesundheit« und »Bildung«. Von der Betriebskrankenkasse über ein Vitalzentrum mit Trainings- und Präventionseinrichtung bis hin zu Kindertagesstätte und Grundschule sind hier zahlreiche Einrichtungen unter einem Dach vereint, die dazu beitragen sollen, eine familienfreundliche Arbeits- und Unternehmenskultur zu schaffen.

Gesundheits- und Bildungszentrum mit vorgehängter hinterlüfteter Fassade mit Textilbeton-Elementen, Albstadt-Ebingen
Foto: Grotz-Beckert KG, DAlbstadt

Die Planung, Anordnung und Ausbildung der beiden neuen Baukörper des neuen Gesundheits- und Bildungszentrum, kurz »Gebiz« erfolgte unter Berücksichtigung der Nutzungsstruktur. Das Architekturbüro Ackermann & Raff, Tübingen, ordnete den dreigeschossigen Gesundheitsbereich als geschlossenen Riegel im Norden an, der zweigeschossige Bildungsbereich orientiert sich nach Süden als U-förmiger Baukörper um einen geschützten Gemeinschaftshof. Verbunden werden die Gebäudeteile über eine unterirdische Tiefgarage und im Erdgeschoss über den eingeschossigen Verbindungsbaukörper – dieser nimmt gleichzeitig den Haupteingang des Gebiz auf.

Die Gebäude sind als traditionelle Satteldachhäuser geplant und orientieren sich damit gezielt an der Umgebung und den Bestandsbauten von Groz-Beckert auf dem Werksgelände. Dies spiegelt sich auch in der Bauweise und Materialwahl wider: Die massive Stahlbetonkonstruktion wurde mit einer vorgehängten Klinkerfassade verkleidet. Die Fenster und die Glasfassaden sind mit bronze-eloxierten Aluminiumprofilen ausgeführt. Die Holzkonstruktion des Dachstuhls verfügt über eine treppenförmige Blecheindeckung aus dunkelgrauem Aluminium. An Teilen der Fassade wurden anthrazitfarbene Textilbeton-Elemente eingesetzt.

Da das Unternehmen schon länger bei der Fertigung von Textilbeton-Fassadenelementen mit Hering Bau zusammenarbeitet, lag diese Entscheidung nahe. So wurden für das neue Gebäude im Burbacher Werk von Hering Bau 380 m² Fassadenelemente vom Typ »betoShell« in den Maßen 1,20 ? 0,60 cm produziert. Die Platten sind – aufgrund der textilen Bewehrung – sehr leicht und trotz ihrer geringen Stärke von nur 2 cm sehr robust.

Um eine hochwertige Optik zu erreichen, wurde die Oberfläche der Fassadenelemente aufwendig sandgestrahlt. Dabei wurde an den erhärteten Fertigteilen die oberste Feinmörtelschicht mithilfe eines besonderen Strahlguts vorsichtig abgeschlagen und die farbigen Betonzuschläge freigelegt. Zur Befestigung an der Aluminium-Unterkonstruktion wurden während der Produktion rückseitig in jede Platte vier Gewindehülsen einbetoniert und auf der Baustelle an die Hülsen Agraffen angeschraubt, wodurch die Textilbetonelemente, ohne sichtbare Befestigung, in die Unterkonstruktion eingehängt und justiert werden konnten.

Gesundheits- und Bildungszentrum mit vorgehängter hinterlüfteter Fassade mit Textilbeton-Elementen, Albstadt-Ebingen
Foto: Grotz-Beckert KG, DAlbstadt

Auch hinsichtlich der Energieeffizienz kann der zweigliedrige Gebiz-Neubau überzeugen. Die Gebäude übertreffen die Vorgaben der aktuellem Energieeinsparverordnung (EnEV) deutlich. Die energieoptimierte Bauweise aus Passivhausbauteilen mit einer hochgedämmten Gebäudehülle – an den Außenwänden kommt eine 26 cm starke Wärmedämmung zum Einsatz – sowie einer hocheffizienten Haustechnik mit Pellets-Heizung, Solarkollektor und Lüftungsanlage führt zu einem Primärenergiebedarf, der ca. 65 % unterhalb der Vorgabe der Energieeinsparverordnung liegt.

www.heringinternational.com

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Dieser Artikel ist aus dem Heft:

DETAIL 3/2014

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