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Sicherheitsplanung für Städtebau im Fokus

Der Jahresrückblick 2016 war leider nicht nur schön und hat gezeigt, wie fragil unsere urbanen Strukturen sein können. Terroristische Anschläge oder auch verheerende Erdbeben haben die Relevanz des Themas der Sicherheit von Personen, Gebäuden und Infrastrukturen deutlich vor Augen geführt. Für Architekten und Stadtplaner war die zivile Sicherheit bisher meist lediglich ein Randthema. Das soll sich nun durch eine neue Software, die das Fraunhofer-Institut für Kurzzeitdynamik, Ernst-Mach-Institut, EMI aus Freiburg auf der Messe BAU präsentieren wird, ändern. Das Softwaretool VITRUV ermöglicht es, unterschiedlichste Sicherheitsaspekte bei der Stadtplanung schon beim Entwurf zu berücksichtigen.

Sicherheitsrisiken wie sie beispielsweise durch Erdbeben oder Terrorangriffe entstehen, ließen sich bereits durch eine optimierte Planung der urbanen Gefüge minimieren, so die Wissenschaftler. Angesichts einer steigenden Verstädterung, des Klimawandels, des Terrorismus und sozialer Konflikte müssen sich auch Städteplaner umfassend und methodisch mit dem Thema der Sicherheit beschäftigen. Die Forscher des Fraunhofer-Instituts haben mit VITRUV eine Software entwickelt, mit der sich erstmals relevante Sicherheitsaspekte bereits in den Entwurfsprozess der Stadtplanung einbinden lassen. Dadurch sollen die Risiken für Personenschäden in Gebäuden oder Freiflächen, Strukturschäden an Gebäuden oder der Verkehrsinfrastruktur und wirtschaftliche Schäden minimiert werden. Bisher mussten dafür aufwendige und häufig auch kostspielige Gutachten erstellt und ausgewertet werden.

Das Tool soll Erkenntnisse über Anfälligkeit, Schwachstellen und konkrete Risikozonen liefern. Weiterhin unterstützt es den Planer bei der Erarbeitung detaillierter Maßnahmen, um die potenziellen Gefahrenstellen zu entschärfen. Dies könne bereits durch eine Umgestaltung der städtebaulichen Struktur, beispielsweise durch eine neue Anordnung der Gebäude oder die Veränderung ihrer Nutzung geschehen, erläutert Dr. Alexander Stolz, Abteilungsleiter Sicherheitstechnologie und Baulicher Schutz am Fraunhofer EMI. Bei der Berechnung der möglichen Schäden sind für die einzelnen Gebäude oder Elemente der Verkehrsinfrastruktur unterschiedliche Leistungskriterien abrufbar, darunter die Anzahl der betroffenen Personen sowie strukturelle oder monetäre Schäden.

Durch eine Reihe von passenden Schutzmaßnahmen, die die Software vorschlägt, soll Städteplanern die Möglichkeit gegeben werden, die Auswirkungen eines Vorfalls bereits im Vorfeld zu minimieren und die Wiederinbetriebnahme von Straßen oder Infrastrukturen zu optimieren. Auch eine Kosten-Nutzen-Analyse ist vorgesehen. Durch diese Maßnahmen ließe sich die urbane Resilienz, die Robustheit der Städte gegenüber Störungen, verbessern.

Die Forscher stellen ihre Technologie auf der Messe BAU vom 16. bis 21. Januar in München am Fraunhofer-Stand vor (Halle C2, Stand 538).

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