You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Worschech Architects, Goethe-Institut Kairo, Ägypten, Foto Worschech Architects

Umbauter Garten: Goethe-Institut Kairo

Die alte, bereits bestehende Villa, ein Saalbau und ein Schulriegel bilden das neue Ensemble des Instituts. Seine neuen Mauern rahmen dabei das Grundstück und den Baumbestand, während es sich in seiner Höhenentwicklung und -staffelung an die umliegende Bebauung anpasst. Durch verglaste Fassaden soll es dabei westliche Werte wie Offenheit und Toleranz ausdrücken und dieses bis hin zur kommunikationsfördernden und effizienten Grundrissgliederung architektonisch verkörpern. Dabei lassen sich die Funktionen der einzelnen Gebäudetrakte, aber auch deren Qualitäten und Andersartigkeit durch Fassaden, Orientierung und Proportion stets ablesen und schaffen ein Spiel mit traditionellen Bauweisen und der Atmosphäre des Ortes.

Erschlossen wird das Gebäude von der Nordwestecke des Grundstücks aus: Von hier aus gelangen die Besucher über ein Foyer in die große zentrale Halle. Der Eingang wird durch eine Aufweitung des Straßenraumes, eine verglaste Fassade und die räumliche Rahmung von Überdachung und angrenzender Wand markiert. Durch die Glasfassaden und die angrenzenden Höfe entsteht bei der Durchwegung der einzelnen Räume immer wieder der Bezug zum Außenraum. Das Sprachsekretariat und das Begegnungszentrum grenzen an die große Halle und das Foyer und bilden das Erdgeschoss, während eine Treppe zu den beiden Bibliotheksetagen in die Obergeschosse führt. Hier bilden großzügige Ausblicke in den Garten und Leseplätze auf der Dachterrasse die Besonderheiten des Bereichs. An der Südgrenze des Grundstücks spannt sich der Schulriegel entlang der Grenze auf und schirmt das Institut zur Nachbarschaft ab. Eine zum Garten hin offene Loggia verbindet die Unterrichtsräume, die in vereinzelten Kuben untergebracht und stets zum Garten hin orientiert sind. Nach Süden ist die Loggia mit einer leichten, perforierten Sichtschutzwand bestückt, die vor Sonne schützen und dennoch Belichtung gewähren soll.
    
Der umbaute Garten bildet Hauptkonzept und Herzstück des Entwurfs. Die Maßstäblichkeit der örtlichen Bebauung annehmend und auf die verschiedenen Funktionen des Ensembles übertragend, gelingt den Architekten ein Wechselspiel von Innen und Außen, Offenheit und Intimität. So spielen vor allem die perforierten Metallpaneele mit der Thematik von Offen- und Geschlossenheit, aber auch mit traditionellen Bauelementen. Dabei lassen sie aber stets mehr Aus- als Einsicht zu und sorgen indirekt für geschütztere Bereiche ohne zu geschlossen zu wirken. Das Thema der westlichen Offenheit bleibt so auf subtile Art bestehen, lässt aber dennoch intimere Räume und deren Nutzung zu. Die zum Hof hin orientierte Doppelfassade lässt die Besucher je nach Veranstaltung selbst bestimmen wie viel Offenheit zum Garten hin gegeben sein soll. Es gelingt ein Entwurf, der sich behutsam in eine städtische Baulücke einschmiegt und dabei den Baumbestand, sowie die Maßstäblichkeit der Nachbarn achtet und aufnimmt. Das Gebäudekonzept kreiert nicht nur unterschiedliche Ebenen der Intimität, sondern verbildlichet das Zusammentreffen zweier Kulturen.

Kurze Werbepause

Weitere Informationen:

Grundstücksfläche: 2.584 m²
Bebaute Fläche: 1.056 m²

Fotos: Worschech Architekten

Aktuelles Heft

DETAIL 3/2017
Konzept: Wohnkonzepte für das Alter

Konzept: Wohnkonzepte für das Alter

Zum Heft

Shop-Empfehlung

Anzeige