You are using an outdated browser. Please upgrade your browser to improve your experience.

print article Artikel drucken
Urlaubsarchitektur, Jan Hamer

URLAUBSARCHITEKTUR: Zehn Jahre Urlaub der besonderen Art

Ein erster Blick auf das Meer, eine von leuchtendem Oleander gesäumte Zufahrt, Vorfreude auf das sorgfältig ausgewählte Urlaubsdomizil und dann – Plastikstühle. Allzu häufig wird die Hoffnung auf eine ästhetisch anspruchsvolle Unterkunft trotz sorgfältiger Recherche enttäuscht. Für den Architekten Jan Hamer war diese immer wieder frustrierende Suche nach Ferienhäusern mit dem gewissen Etwas 2007 ausschlaggebend für die Gründung des Online-Netzwerks URLAUBSARCHITEKTUR. In diesem Jahr feiert das Portal sein zehnjähriges Jubiläum – ein Grund, zurückzublicken, zu feiern und einen Ausblick zu geben.

Ein Gespräch mit einem, der sich aufmachte, die perfekten Urlaubsunterkünfte zu suchen.

Sie haben einmal gesagt, die Unterkunft sei wichtiger als die Landschaft – sehen das Ihre Leser genauso?
Jan Hamer: Für mich ist das Haus tatsächlich ausschlaggebend für meine Urlaubsplanung – und erst in zweiter Linie die Umgebung. Aus zahlreichen Rückmeldungen weiß ich, dass es vielen unserer Gäste genauso geht. Die Häuser stehen häufig so sehr im Mittelpunkt der Planung, dass Gäste lieber den Buchungszeitraum anpassen, als sich eine andere Unterkunft zu suchen. Um den Urlaub genau in diesem einen Objekt zu verbringen, entdecken unsere Leser Gegenden, die ursprünglich gar nicht auf ihrer Reiseliste standen.

Ihre Plattform URLAUBSARCHITEKTUR vernetzt Menschen mit einem Faible für Architektur und Design. Hat ein schönes Umfeld auch Auswirkungen auf die Menschen?
Jan Hamer: Aber natürlich. Ein ansprechendes Umfeld ist auf jeden Fall inspirierend und wirkt darüber hinaus ausgleichend – auch im Alltag, über den Urlaub hinaus. Ich bin sicher, dass wir schon eine Reihe von fragilen Partnerschaften mit unserer Plattform gerettet haben. URLAUBSARCHITEKTUR-Häuser haben sozusagen einen therapeutischen Effekt auf gestresste Paare und Familien (lacht).

Eine Unterkunft, die nicht den Erwartungen entspricht, kann den Urlaub erheblich beeinträchtigen. Stören Sie Plastikstühle?
Jan Hamer: Auf der Suche nach dem Perfekten bin ich eigentlich gar nicht, insbesondere wenn man »perfekt« über einen bestimmten Luxusstandard definiert. Mir kommt es darauf an, dass die Unterkunft funktional und in sich stimmig ist und vor allem, dass sie ein besonderes Erlebnis bietet. Aber ja: Plastikstühle stören mein ästhetisches Empfinden.

URLAUBSARCHITEKTUR ist keine Buchungsplattform, warum?
Jan Hamer: Die von uns vorgestellten Häuser können nicht direkt bei URLAUBSARCHITEKTUR gebucht werden, was manchmal zu Irritationen führt. Wir verlinken auf die jeweilige Webseite der Eigentümer oder bieten eine Kontaktmöglichkeit über ein Formular, haben aber mit der weiteren Abwicklung nichts zu tun. 
Bei uns ist es eher wie bei einer Partnerschaftsvermittlung: Wir vermitteln den Kontakt zwischen Haus und Gast – und bieten dabei einen hohen Qualitätsstandard, der von uns regelmäßig überprüft wird. Man läuft nicht Gefahr, auf Fake-Angebote reinzufallen.

Der Schwerpunkt der Häuser liegt in Europa?
Jan Hamer: Der Großteil unserer Gäste kommt nach wie vor aus dem deutschsprachigen Raum. Von daher konzentrieren wir uns auch zukünftig auf Europa – auch wenn wir einige spannende Objekte auf anderen Kontinenten dabei haben. Eine weitere Expansion in Länder außerhalb Europas ist allerdings unwahrscheinlich, da die kontinuierliche Qualität der Häuser für uns nur schwer überprüfbar ist. Interessant finde ich, dass auch in schon »erschlossenen« Regionen immer wieder neue Häuser nachkommen – zum Beispiel in Mecklenburg-Vorpommern und im Alpenraum, oder auch in Italien, das zurzeit eine Art Revival erlebt.

Ist es eigentlich schwierig, passende Häuser zu finden?
Nach zehn Jahren sind wir heute in der angenehmen Situation, unsere Häuser gezielt aus einer Fülle von Bewerbern auswählen zu können. Inzwischen erreichen uns regelmäßig Anfragen von Häusern, die noch nicht einmal gebaut sind. Wir merken, dass URLAUBSARCHITEKTUR  zum Qualitätsstandard geworden ist, an dem sich neue Projekte orientieren.
Neben Architektur und Design achten wir bei der Auswahl auf das, was hinter den Häusern steckt: die Besitzer, die die Unterkunft erst zu dem machen, was sie ist und ihnen ihre besondere Atmosphäre verleihen. 

Wer vermietet die Häuser eigentlich – und auf der anderen Seite: Wer findet auf der Plattform seine Lieblingsunterkunft?
Jan Hamer: Etliche Hauseigentümer sind tatsächlich Architekten, die ein Objekt für sich selber planen und bauen – und sich dann erst im Nachgang entschließen, es auch zu vermieten. Aber es gibt auch Nicht-Architekten mit einem besonderen Gespür für Architektur und Design, die etwas Besonderes aus den Häusern herausholen – entweder eigenständig oder aber in Zusammenarbeit mit guten Architekten. 
Die Gäste sind Menschen mit einer Begeisterung für schöne Dinge, denen auch im Urlaub eine stilvolle Unterkunft wichtig ist. Tatsächlich ist es eine Art Win-Win-Situation: Auf der einen Seite die Eigentümer, die Schönes schaffen und auf der anderen Seite die Gäste, die genau das zu schätzen wissen.

Was hat sich bei URLAUBSARCHITEKTUR im Vergleich von vor zehn Jahren gewandelt? Gibt es aktuelle Trends?
Jan Hamer: Es gibt einen Trend hin zum urbanen Raum. Wir bieten mittlerweile mehr Unterkünfte in Städten an. Viele Gäste wollen wieder mehr Umfeld und Programmanreize. Von der Gestaltung her: Die Phase des Purismus ist vorbei, es darf wieder ein bisschen üppiger sein, auch im Retro-Style.
Wir sehen aktuell eine besondere Nachfrage an kleineren Häusern. Und gleichzeitig nach großen Häusern für Gruppen und Familienevents, für die wir ebenfalls viele Anfragen erhalten.

Sie bieten Ihren Partnern nicht nur eine Plattform für ihre Häuser, sondern auch ein einzigartiges Beratungsangebot.
Jan Hamer: Unser Angebot ist tatsächlich einzigartig auf dem Tourismusmarkt. Viele unserer Partner sind keine hauptberuflichen Hoteliers, sondern Quereinsteiger im Hotelfach und wünschen sich Unterstützung beim Marketing und auch bei touristischen Themen.
Wir setzen aber inzwischen noch eine Stufe früher an und entwickeln Konzepte für neue URLAUBSARCHITEKTUR. Projektentwicklung und RealEstate nehmen einen immer größeren Umfang unserer Arbeit ein.

Aus dem ursprünglichen Blog URLAUBSARCHITEKTUR ist mittlerweile ein richtiges Unternehmen geworden. Wie schaffen Sie das alles neben Ihrem Job als Architekt?
Jan Hamer (lacht): Alleine ist das tatsächlich schon lange nicht mehr zu schaffen. Anfangs habe ich die Plattform noch alleine betrieben, abends und an den Wochenenden. Auch alle Häuser habe ich damals noch selber angeschaut. Beides geht natürlich mittlerweile nicht mehr. Wir sind inzwischen ein Kernteam von vier Leuten, insgesamt arbeiten acht Personen mit. Die Aufgaben reichen von der Öffentlichkeitsarbeit und PR über das Qualitätsmanagement bis hin zur individuellen Beratung der Hauseigentümer.

Ein Blick in die nächsten zehn Jahre URLAUBSARCHITEKTUR?
Jan Hamer: Wir sind gerade erst am Anfang: Die nächsten zehn Jahre bringen uns viel neue URLAUBSARCHITEKTUR – von spektakulär bis sensationell unspektakulär. Das eigene Ferien- oder Wochenendhaus zu haben und dieses für andere zu öffnen wird immer populärer. URLAUBSARCHITEKTUR wird dabei Gäste in bisher kaum bekannte Regionen bringen – nicht weit weg, aber voller neuer Anreize und Entdeckungen.
Unseren Partnern werden wir künftig noch mehr Service bieten, denn wir sind eben auch auf dieser Ebene kein anonymes Großunternehmen. Schon jetzt versuchen wir, so viel wie möglich im direkten Kontakt mit den Besitzern und Architekten zu stehen. Nur so können wir gezielt auf individuelle Bedürfnisse reagieren und ihre sowie unsere Profile schärfen.

Und – als Inspiration für alle URLAUBSARCHITEKTUR Fans: Wohin fahren Sie diesen Sommer in den Urlaub?
Jan Hamer: Im Sommer wird es wohl eine Radtour werden – mit anschließendem Aufenthalt in einem URLAUBSARCHITEKTUR Haus, zu dem wir gerade viel positives Feedback bekommen. Ich freue mich natürlich insbesondere auf das Haus – ganz ohne Plastikstühle.

Weitere Informationen zu URLAUBSARCHITEKTUR erhalten Sie hier.

Werfen Sie einen Blick in die Publikation »URLAUBSARCHITEKTUR – Selection 2017«, in der eine Vielzahl an Domizilen vorgestellt wird.

Kurze Werbepause

Aktuelles Heft

DETAIL 6/2017
Bauen mit Glas

Bauen mit Glas

Zum Heft

Shop-Empfehlung

Anzeige