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Hello Robot, Vitra Design Museum, Mark Niedermann

Utopie und Wirklichkeit: Menschen, Maschinen, Algorithmen

Künstliche Wesen haben viele Gesichter. Nicht immer sind sie so einschüchternd wie in Fritz Langs Film Metropolis und nicht immer so niedlich wie der Droide R2-D2 in Star Wars von George Lukas. Dass jedoch Fiktion und Wirklichkeit nahtlos ineinander übergehen, wenn die Frage nach Robotern und ihren Erscheinungsformen verhandelt wird, liegt auf der Hand.

Die Ausstellung »Hello Robot« im Vitra Design Museum in Weil am Rhein geht diesem Phänomen nach, zeigt seine historischen und aktuellen Erscheinungsformen auf und dokumentiert zukünftige Entwicklungen. Die Schau macht deutlich, dass das Wesen von Robotern im Zuge der Digitalisierung radikal neu definiert wurde. Zwar nehmen die digitalen Helfer im heutigen Alltag nur äußerst selten Menschengestalt an, dafür aber sind sie allgegenwärtig – als selbstlernende Algorithmen, in Form von Computerspielen, Sensoren, automatisierten Rasenmähern und selbsteinparkenden Autos.

Die Kuratoren der Ausstellung stellen einfache Kernfragen wie »Vertrauen Sie Robotern?« und zeigen mit den vielfältigen Exponaten der Schau mögliche Antworten auf, ohne dabei zwischen Kunst und Realität zu unterscheiden. Die historische Perspektive, beispielsweise von Archigram aus den 1960er-Jahren, dient oft als Referenzpunkt für eine Haltung, die nur noch wenig vom Optimismus vergangener Zeiten erahnen lässt, dafür aber umso eher mit digitalen Technologien operiert. So war die Stadt in Ron Herons utopischer Vision »Walking City« von 1964 ein lebendiges Roboterwesen, in dem die Menschen wohnten. Heute jedoch ist der Mensch selbst zu einer Einheit aus vielen geworden – ein Schwarm aus Einzelteilchen, die sich stets neu zusammensetzen, wie das Künstlerkollektiv Universal Everything in seinem »Walking City«-Video zeigt.

Verglichen mit den 1960er-Jahren mag die Zeit der Utopien zwar vorbei sein. Trotzdem wird es höchste Zeit, über die Konsequenzen und die Einsatzmöglichkeiten digitaler Technologien nachzudenken – auch und gerade mit Bezug auf Architektur und Stadtplanung. Dass es hierzu schon viele spannende Ansätze gibt, macht die Ausstellung deutlich und stellt die Frage: Wie geht es weiter – welche Richtung wollen wir für die Zukunft einschlagen?

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