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Wohnhaus in Zürich

Am südöstlichen Stadtrand Zürichs liegt das Zweifamilienhaus in privilegierter Hanglage. Trotz des schmalen Grundstücks haben beide Wohnungen freien Blick auf den Zürichsee, da der Baukörper in der Längsachse geteilt ist und jede Einheit sich über drei Etagen erstreckt. Das Entwurfskonzept des »Hauses mit einer Wand« ist konsequent umgesetzt. Die 40 cm starke Stahlbetonwand trennt beide Wohnungen und trägt zugleich die weit auskragenden Decken. Sie verläuft geknickt, in jeder der drei Etagen in anderer Form. Die Knicke dienen der Aussteifung, zugleich definieren die Vor- und Rücksprünge die Nutzungsbereiche; in den dreiecksförmigen Nischen sind die Bäder integriert, verborgen hinter einer Schiebetür. Der unterschiedliche Wandverlauf erzeugt eine differenzierte Raumwirkung der drei Ebenen. Sie sind trotz ihrer geringen Grundfläche erstaunlich weitläufig und über eine offene, einläufige Stahltreppe miteinander verbunden.
Da Wand und Decken die tragende und aussteifende Struktur des Hauses bilden, sind keine Fassadenstützen nötig; die Aluminiumrahmen der Glasfassade sind boden- und deckenbündig eingebaut. Die raumhohen Glasflächen verbinden so das Innere des Gebäudes »nahtlos« mit dem Außenraum und vermitteln das Gefühl, auf einer geschützten Terrasse zu wohnen, nur durch die kaum sichtbare Glashülle von der Umgebung getrennt. Jedes zweite Glaselement auf den Längsseiten ist vollständig zu öffnen. Trotz ihrer Größe von 3,5 ? 2,5 m sind die Schiebetüren leicht zu bewegen, da sie über ein spezielles System pneumatisch abgedichtet sind, sodass weder ein Hebebeschlag noch zusätzliche Dichtungen erforderlich sind.
Das stringente räumliche Konzept, die bewusste Reduktion auf wenige Elemente und Materialien spiegelt auch die Fassadengestaltung wider: Schmale horizontale Bänder aus Aluminium, sorgfältig detailliert und profiliert, rahmen die Glaselemente und verkleiden Geschossdecken und Rollokästen.

Foto: Walter Mair, Zürich
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Dieser Artikel ist aus dem Heft:

DETAIL 7+8/2009

Bauen mit Glas

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