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Dach-Detail: Moritzburg in Halle

Kunstmuseum Moritzburg
Dach des Kunstmuseums Moritzburg vor Stadtkulisse
 
Die Moritzburg in Halle ist eine der eindrucksvollsten spätmittelalterlichen Burganlagen Mitteldeutschlands. Errichtet als prachtvoller Sitz der Magdeburger Erzbischöfe, zerstört im Dreißigjährigen Krieg, hat sie über die Epochen hinweg unterschiedliche Nutzungen und Baustile erfahren. Seit 1904 ist das Städtische Museum für Kunst und Kunstgewerbe im Süd- und Ostflügel untergebracht und seit der Wende alleiniger Nutzer.
 
Zur Erweiterung der dringend benötigten Ausstellungsfläche wurde die Ruine im Nord- und Westteil der Anlage jetzt wieder überdacht und nutzbar gemacht. Über die historische Bausubstanz legt sich ein mit Aluminium gedeckter, plastisch geformter Dachkörper, der sich unregelmäßig mit Oberlichtern hebt und senkt und damit auf die vorhandene uneinheitliche Bebauung antwortet.
 

 
Lageplan Moritzburg in Halle

Eine umlaufende Fuge lässt das Dach über den alten Mauern schweben. Der neue Erschließungsturm anstelle der zerstörten Südwestbastion und der vor die Fassade gesetzte Windfang nehmen die  Formensprache des Dachs auf. Sie sollen der Kunst Lyonel Feiningers und dem bewegten Lebensweg der Moritzburg Tribut zollen.
 
 
Querschnitt Kunstmuseum Moritzburg
Querschnitt

Die äußere Bekleidung des Dachaufbaus besteht aus 8 mm dicken kaltgewalzten Aluminiumplatten, bei deren Herstellung eine spezielle Aluminiumlegierung (AlMg4,5Mn) eingesetzt wurde, die sonst im Schiffsbau verwendet wird. Das Material ist auch ohne Oberflächenbeschichtung extrem beständig gegen Korrosion. Die Oberfläche der Platten ist mit grobem Korn (K 40) geschliffen um ihr einen gleichmäßigen, samtigen Charakter ohne allzuviel Reflexion zu verleihen.

Aus statischen Gründen wurde die Dachbekleidung aus Aluminium in 8 mm Materialstärke ausgeführt - die teilweise sehr flachen Dachflächen sind dadurch für Revisionszwecke betretbar. Zugleich bieten die Aluminiumplatten in dieser Dicke einen sehr guten Schutz gegen Blitzeinschläge, die bei Platten unter 7 mm zu Löcher in die Dachbekleidung schlagen könnten.
 

 


 
 

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Detail, 08.02.2012