Recycling

Superökologisch - Kunstholz

Nichtbehandeltes Holz kann zu 100% wiederverwertet werden und sogar mehrere Zyklen von Wiederverwertung und Wiederverarbeitung durchlaufen. Das Recycling von Holz schützt nicht nur Wälder vor der Abholzung, sondern vermindert auch die Freisetzung von Kohlenstoffdioxid. Pro Tonne Holz, die recycelt wird, können 1,03 Tonnen CO2 eingespart werden, da die Kohlenstoffdioxide, die bei Verbrennung oder Kompostierung frei geworden wären, im Holz verbleiben.

Baustoff, Kunstholz, Recycling, Abholzung
Foto: www.matrec.it

Zu recycelndes Holz kommt zum Großteil in Form von Spänen oder Sägemehl von Sägewerken und holzverarbeitenden Betrieben. Diese Abfälle industrieller Herkunft machen in etwa die Hälfte aus. Da sie bereits sortiert und wenig verschmutzt sind, ist hier die Wiederverwertung einfach. Schwieriger ist es mit dem Holzabfällen aus Haushalten, Abrissen oder Baustellen wie kaputten Möbeln und Bauabfällen. Diese Holzabfälle werden vor der Wiederverwertung in behandeltes und unbehandeltes Holz unterteilt. Gerade Bauholz ist häufig beschichtet oder zum Schutz vor Witterung mit Lacken, Anstrichen, Lasuren oder Holzschutzmitteln behandelt worden. Ein Teil ist somit ist nicht recyclebar, sondern Sondermüll.

Auch müssen Reste anderer Materialien wie Verglasungsreste, Metalle, Betonreste an Schalungstafeln, Dichtungsbänder, Schrauben und Nägel entfernt werden, bevor Bauholz wiederverwertet werden kann.

Die vorgereinigten Holzreste werden abhängig von der vorgesehenen Nutzung zu Spänen oder Holzmehl zerkleinert. Weitere unerwünschte Partikel werden im nächsten Schritt entfernt. Das recycelte Holz dient als Rohstoff für die Herstellung von Holzwerkstoffen wie Spanplatten für Bau- und Möbelindustrie oder Holzzement-Werksteinen. Weiterhin wird es als Zellulose zur Papierproduktion und zur Herstellung von Pellets verwendet. Spanholzplatten, die aus Recyclingholz hergestellt werden, weisen die gleichen Eigenschaften wie Platten aus Primärmaterial auf. Der Anteil an Recyclingholz variiert, durchschnittlich werden für Spanplatten etwa 70% Recyclingholz verwendet.

Die Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen wird in den einzelnen Industriezweigen immer wichtiger. Auch die Kunststofftechnik öffnet sich zunehmend gegenüber Materialien aus nachwachsenden Rohstoffen, so dass die Erforschung von Verwendungsmöglichkeiten für neue Holzwerkstoffen immer mehr an Bedeutung gewinnt. In diesem Zusammenhang spielt so genanntes Flüssigholz eine wichtige Rolle. Als dieses bezeichnet man Verbundwerkstoffe aus nativen Materialien, deren Matrix aus Bio-Polymeren besteht, sofern sie überwiegend auf Holz bzw. Holzbestandteilen basieren. Sie sind ein neuartiger Holzwerkstoff mit großer Holzähnlichkeit, der sich wirtschaftlich auf konventionellen Maschinen der Kunststofftechnik verarbeiten lässt. Auch eigentlich kunststoffeigene Möglichkeiten wie Extrusion und des Spritzgießen können bei der Verarbeitung von Flüssigholz zum Einsatz kommen. Flüssigholz ist vollständig kompostierbar und kann bis zu fünf Mal wiederverarbeitet werden. Die Gesamt-CO2-Bilanz des Verbundwerkstoffs ist nahezu neutral.


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Detail, 10.02.2012