„Die Gewinnung von Recyclingbeton beginnt schon beim Abbruch“, so Dr. Angelika Mettke von der Fachgruppe Bauliches Recycling BTU Cottbus. Nur sortenreines Ausgangsmaterial kann eine gleich bleibende Qualität der Zuschlagstoffe und damit auch des Recyclingbetons garantieren. Der Baustoff Recyclingbeton wird in Deutschland noch wenig genutzt. Nur etwa ein bis drei Millionen Tonnen werden bisher jährlich verbaut.

Foto: aboutpixel.de / Mörteleimer © Uwe Dreßler
Anders sieht es allerdings in der Schweiz aus. Um die schwindenden Kiesressourcen der Schweiz zu schonen, setzt die Stadt Zürich den Recyclingbaustoff schon seit 2004 bei allen öffentlichen Vorhaben ein. Das schweizerische Bundesamt für Bauten und Logistik informiert in einem Merkblatt private Bauherren Möglichkeiten des Bauens mit Recyclingbeton. Dank dieser Maßnahmen werden inzwischen schon ca. 10% des derzeitigen Betonbedarfs des Züricher Raums durch Recyclingbeton gedeckt.
Betrachtet man die Vorteile dieses Baumaterials näher, stellt sich die Frage, warum nicht mehr Kommunen und Bauherren auf Beton aus recycelter Gesteinskörung setzen. Durch die Verwendung von Recyclingbeton werden Ressourcen geschont und gleichzeitig die Landschaft geschützt. Die baulichen Eigenschaften von Recyclingbeton sind mit denen von Primärbeton vergleichbar, die Kosten aber tendenziell geringer. Denn Bauschutt fällt meist in unmittelbarer Nachbarschaft zu Bauvorhaben an, bei denen er als Zuschlag wieder verwendet werden kann. Auf dies Weise lassen sich Transport- und Deponierungskosten einsparen.

Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU)
Eine sortenreine Fraktionierung vorausgesetzt, lässt sich Beton vollständig recyceln. Bei Festbetonrecycling wird Betonbruch gebrochen und aufbereitet. Es entstehen Betonsplitt und Betonbrechsand. Bei Recyclingbeton werden die natürlichen Zuschlagsstoffe teilweise oder vollständig durch eine Recycling-Gesteinskörnung ersetzt. Wichtig ist, dass der Zuschlag frei von Verunreinigungen ist, dass er bestimmte chemische Eigenschaften erfüllt und dass eine exakte Körnungsabstufung vorliegt. Die Vorgaben der DIN 4226-100 „Gesteinskörnungen für Beton und Mörtel“ sind auch hier maßgeblich. Die Erfahrung der Schweiz zeigt, dass Recyclingbeton für die häufigsten Anwendungen im Hochbau geeignet ist und selbst Sichtbeton sich gut mit ihm realisieren lässt. Nur bei Spezialbetonen im Frostbereich oder mit sehr hohen Festigkeitswerten sowie bei der Herstellung von Fertigbetonteilen wird derzeit noch kein Recyclingbeton eingesetzt.
Erstes Projekt in Deutschland, bei dem Teile aus Recycling-Beton bauaufsichtlich zugelassen wurden. ist das Verwaltungsgebäude des Deutschen Bunds Umweltschutz in Osnabrück, das 2001 fertig gestellt wurde.
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