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Ergänzende Wiederherstellung

Treppenhalle Neues Museum
Foto: Joerg von Bruchhausen für Stiftung Preußischer Kulturbesitz/David Chipperfield Architects

Am 5. März 2009 wird der nach den Plänen des Londoner Architekten David Chipperfield wiederhergestellte Neue Museum an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben. In einem Interview sprach Chipperfield über den vorgefundenen „Schatz aus Trümmern“.

Ein erster Rundgang durch das 233 Millionen Euro teure Gebäude zeigt nur Spuren des Reichtums an Schmuck, der das Gebäudeinnere zu früheren Zeiten zierte. Denn das von Chipperfield und seinem Denkmal-Berater Julian Harrap entwickelte Konzept der „ergänzenden Wiederherstellung“ gab vor, dass kein Originalmaterial entfernt werden darf. Das heißt Wände ohne glättenden Putz und Gewölbe mit und ohne klassischen Zierrat. Dort wo neues erforderlich war, wurde es geschaffen. So der fehlende Nord-West Flügel oder das gewaltige Treppenhaus. Das natürlich nackt, also ohne den vollständig verbrannten Freskenschmuck.

Chipperfield sah in den Ruinen des Neuen Museums einen „Schatz aus Trümmern.“ Er wollte „ein Gleichgewicht zwischen den physischen Überbleibseln und der dokumentierten Geschichte schaffen.“ Da das Neue Museum 60 Jahre lang als Ruine verbracht hätte, ohne dabei romantisch Ruine sein zu wollen, müsse diese Zeit auch repräsentiert sein. Dann habe er sich daran gemacht, ein neues Gebäude zu entwerfen, erklärt der britische Architekt im Interview mit der Welt am Sonntag.

Den in Museumsbauten erfahrenen Architekt fasziniert an Deutschland, dass in Diskussionen über Architektur, vor allem über Rekonstruktion und Wiederaufbau oder Reparatur, immer über die Bedeutung von Dingen gesprochen wird. Dies war auch bei der Sanierung des Neuen Museums deutlich. So habe man regelmäßig darüber diskutiert, ob beispielsweise der Schmutz von den vier Säulen in der Treppenhalle entfernt werden solle oder nicht. Oder ob ein Teil des alten Putzes nicht vielleicht doch entfernt werden könne, weil es keinen anderen Bestandsputz in dem Raum gab und es ihm dekorativ vorkam, ihn dranzulassen. Diese Diskussionen findet er „fantastisch“.

Ab dem 5. März hat die Öffentlichkeit drei Tage lang die Möglichkeit, das Werk in Augenschein zu nehmen und selbst über die Qualität der Sanierung zu urteilen. Das Neue Museum ist, nach den glanzvollen Restaurierungen von Alter Nationalgalerie und Bodemuseum, die dritte umfassende Sanierungsmaßnahme auf der Berliner Museumsinsel.

Sehen Sie schon jetzt Bilder des Neuen Museums in der DETAIL.de Galerie



Axel Dürheimer

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Detail, 10.02.2012