
Wer keine Zeit hatte sich die Biennale in Venedig anzusehen, hat jetzt die Möglichkeit zumindest den deutschen Beitrag zu bestaunen. Die Ausstellung „Updating Germany – Projekte für eine bessere Zukunft“ ist mit 100 anstatt nur 20 Exponaten bis zum 22. Februar 2009 im Deutschen Architekturmuseum zu besichtigen. Den Film dazu gibt es auf DETAIL.de.
Zum Film zu „Updating Germany“
Im Rahmen des Biennale-Mottos „Out There: Architecture Beyond Building“ galt es die anspruchsvolle Aufgabe zu lösen, neue Strategien, Konzepte und Denkweisen im Bauwesen vorzustellen. Unter der Headline „Updating Germany“ wurden von Hollwich Kushner Architekten in der Stadt-Utopie MEtreePOLIS. undefined undefined undefined undefined Anpassungen an anstehende ökologische Herausforderungen reflektiert, die weit über die Architektur im engeren Sinne hinausgreifen und Disziplinen wie Medien, Verkehr, Biotechnologie, Energieproduktion oder Ernährung mit einbeziehen.
In diesem Grenzbereich von Natur, Forschung, Technologie und Lebensumständen steht die nicht gebaute Architektur im Fokus. Anhand zukunftsinteressanter Pilotvorhaben und experimenteller Forschungen sollen vielmehr Konzepte diskutiert werden, um dann aus all den Verzweigungen, Umwegen, Sackgassen einen Entwicklungspfad aufzuzeigen. So nimmt es nicht Wunder, dass das Deutsche Architektur Museum (DAM) in der Wiederholung der Biennalepräsentation „Updating Germany – Projekte für eine bessere Zukunft“ den Besucher mit einem bereit gefächerten Panorama empfängt. Hier kommen fast keine Renommierprojekte und Stararchitekten vor, sondern unterschiedliche Vorhaben, die aus ihrer gesellschaftlichen, sozialen und ökologischen Relevanz heraus Berücksichtigung fanden. Unter den Exponaten, die in der Frankfurter Station von 20 auf 100 erhöht wurden, eröffnet sich ein Spektrum vom verbrauchsarmen Sportwagen über einen Solarbierbetrieb, einer kollektiven Grabstätte in Pyramidenform, einem Zugdrachenantriebssystem für Frachter bis hin zu einem nachhaltig renovierten Fachwerkhaus oder einer Lichtinstallation.
Um ein Konglomerat aus unästhetischen Trivialobjekten vom Bau, quasi um den Abenteuerspielplatz der Forscher werden die Entwürfe anhand eines Text- und Fotostreifens an den Saalwänden entrollt. Die Auswahl zwischen Low- und Hightech, Natur und Wissenschaft, Lifestyle und Utopie krankt an der dogmatischen Überhöhung des ideologischen Rahmens. Zu stark dominieren ökonomische wie politische Einflüsse oder die Kultur von Verhaltens- und Lebensweisen vor dem Hintergrund der Architektur. Die beiden 1974 geborenen Kuratoren Friedrich von Borries und Matthias Böttger inszenierten eine Schau, mit der sich Deutschland in Venedig am Exempel extremer Standpunkte weit unter Wert recht dürftig präsentiert hat.
Deutsches Architektur Museum
Schaumainkai 43
D-60596 Frankfurt am Main
Axel Dürheimer








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