Hintergrund

Kapselhotel in Kioto

Gesamtkonzept, Produktdesign:
Fumie Shibata, Tokio
Grafikdesign:
Masaaki Hiromura, Tokio
Innenarchitektur:
Takaaki Nakamura, Tokio


Auf einer nur sechs Meter breiten Parzelle im Zentrum Kiotos eröffnete im Dezember das »9hours«, ein sorgfältig designtes Kapselhotel. Zwar sind die Kapseln mit 1,20 x 2,34 m nicht größer als üblich, doch ist die Gestaltung hier funktional und ästhetisch zugleich, es bietet dem Gast hohen Komfort und angenehme Atmosphäre trotz Minimierung des Raums.

Kapselhotel, Eingang
9hours-Hotel Eingang

9hours Hotel, Rezeption
9hours-Hotel Rezeption

9hours, Hotel, Lobby
Lobby
Fotos: Nacasa & Partners Inc

Die Schlafbereiche sind für männliche und weibliche Gäste etagenweise getrennt, mit zugehörigen Duschen und Kleiderspinden. 

Kapselhotel, Lift
Lift


Das Hotelkonzept entstand in enger Zusammenarbeit von Industriedesignerin, Grafikern und Innenarchitekten. Einfache, klare Piktogramme weisen den Weg durch das Gebäude und sind gleichzeitig eine Art Gebrauchsanweisung: 

Kapselhotel, Piktogramm, 2


Der Gast checkt ein, stellt seine Schuhe und Gepäckstücke in die Schließfächer an der Rezeption und nimmt den Lift – zunächst zu den Etagen mit den Waschräumen. Dort verbleibt die Kleidung im Spind, man erhält ein Set mit Pyjama, Pantoffeln, Wasserflasche, Zahnbürste. Auch Handtücher und Seifenspender sind mit dem Hotel-Logo verziert. Eigens entworfen ist auch das Innere der Schlafkapseln selbst, dessen polierte Gelcoat-Oberfläche seidig schimmert. 



9hours, Hotel, Umkleiden
Umkleiden
Foto: Nacasa & Partners Inc

9hours, Hotel, Waschbereiche
Waschbereiche
Foto: Nacasa & Partners Inc

9hours, Hotel, Dusche
Dusche
Foto: Nacasa & Partners Inc

Die Schlafkapseln bestehen aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK), die einzelnen Zellen liegen auf einer Stahlunterkonstruktion; wie Waben erscheinen sie im Flur. Ein elegant-minimalistisches schwarzes Steuerpaneel für Beleuchtung und Weckuhr ist am Kopfende bündig eingelassen. In die Decke ist eine dimmbare LED-Leuchte integriert, seitlich sind zwei Nischen als Ablage ausgespart.

9hours, Hotel, Flur, Schlafkapseln
Flur und Schlafkapseln

9hours, Hotel, Schlafkabine
Schlafkabinen
Fotos: Nacasa & Partners Inc

Die Kapseln haben keine Türen, ein Rollo aus Polyestergewebe bietet zwar Schutz vor Einblick, jedoch nicht vor Lärm. Umso wichtiger für die Entspannung erscheinen so Matratze und Kopfkissen, die mit unterschiedlichen Materialien ergonomisch gestaltetet sind. Wie in einem Kokon liegt der Gast – und genießt so eine gewisse Privatheit in dieser speziell japanischen Art eines Schlafsaals. Der Hotelname steht für die empfohlene Aufenthaltsdauer: sieben Stunden Schlaf und je eine Stunde für Duschen und Ankleiden.

9hours, Hotel, Schlafkapsel
Schlafkapsel
Foto: Akihiro Yoshida


Claudia Fuchs

 
 
Kommentare zum Artikel
>> Neuen Kommentar schreiben 2 Kommentare
  • >> AntwortenInteressanter Artikel...
    von Aplus

    ... aber ich möchte lieber nicht in so einem Hotel schlafen müssen...

  • >> AntwortenInteressanter Artikel...
    von Aplus

    ... aber ich möchte lieber nicht in so einem Hotel schlafen müssen...


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Detail, 10.02.2012