
Foto:Bernhard J. Lattner, Heilbronn
Zur künftigen Nutzung mit großen Landesausstellungen wurde das Kunstgebäude energetisch und gebäudetechnisch auf den neuesten Stand gebracht. Die Sanierung umfasste u.a. die Dämmung und Abdichtung der Dachfläche, die denkmalgerechte Sanierung der Dachlaternen und den (ebenfalls denkmalgerechten) Neubau der vier lang gestreckten, verglasten Satteldächer. Zum Teil wurden auch die unterhalb der Satteldächer liegenden, raumabschließenden Tageslichtdecken erneuert. Welche besondere Bedeutung dieser differenzierten Dachlandschaft im städtebaulichen Kontext zukommt, wird erst verständlich, wenn man sich die besondere geografische Lage der Landeshauptstadt vergegenwärtigt: vom historischen Zentrum in einem engen, nach Nordosten zum Neckar geöffneten Talkessel aus entwickelt sich die Bebauung in zum Teil extreme Hanglagen – stets mit Blick auf die tiefer liegenden Dächer. Bei der Dachsanierung des Kunstgebäudes galt es, den Neubau der verglasten Satteldächer mit der Sanierung der Dachlaternen optisch so aufeinander abzustimmen, dass sich ein homogenes Erscheinungsbild ergibt und auch kein merklicher Unterschied zur der bereits vor zehn Jahren sanierten, großen Dachkuppel entsteht.
Während die Dachlaternen abgebaut und in der Werkstatt restauriert wurden, sollten die verglasten Satteldächer durch eine zeitgemäße Konstruktion mit wärmegedämmten Stahlsystem ersetzt werden. Zum Einsatz kam das voll isolierte Fassaden- und Lichtdach-Profilsystem Schüco Stahlsysteme Jansen VISS TVS in 50 mm Ansichtsbreite, eine geprüfte Systemlösung, die mit Sicherheit die wärmeschutztechnischen Anforderungen erfüllt. Das mit der Durchführung der Arbeiten beauftragte Unternehmen, die Firma Neusser Metallbau, fertigte in der Werkstatt komplett verglaste Elemente von jeweils drei Feldern à 780 mm Breite x zwei Feldern à 1825 mm Höhe. Nur über dem so genannten Marmorsaal sind die Elemente, bedingt durch die größere Deckenöffnung des Saals, drei Felder hoch, wobei das dritte Feld etwas länger ist, nämlich 1906 mm. Durch die gesteckten Riegelverbindungen mit den neuen VISS-Universal-T-Verbindern konnte eine kostengünstige Vorfertigung in der Werkstatt erfolgen. Die Größe der vorgefertigten Elemente war durch den Lkw-Transport begrenzt. Vor Ort wurden die einzelnen Elemente auf einem eigens angefertigten Montagegestell mit einem Kran eingeschwenkt und montiert.

Foto: Bernhard J. Lattner, Heilbronn

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