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Philippe Rahm - Architecture as Meteorology

ÖGFA, Wien, Rahm
Für die sechste Ausgabe der Schindler Lecture begrüßt die Österreichische Gesellschaft für Architektur den Architekten Philippe Rahm im Wiener Museum Moderner Kunst (MUMOK). In seinem Vortrag am 4. Mai 2007 um 19 Uhr Architecture as Meteorology wird Philippe Rahm seine aktuellen Projekte vorstellen.

Philippe Rahm lebt und arbeitet im schweizerischen Lausanne und in Paris und ist seit der Installation Hormonorium im Schweizer Pavillon der Biennale 2002 in Venedig vielen Architekturkollegen bekannt. Dieses Projekt, das Philippe Rahm gemeinsam mit Jean-Gilles Décosterd realisierte, simulierte mit Hilfe von intensivem Licht und reduziertem Sauerstoffgehalt im Innenraum eine Gebirgslandschaft und bringt so das Interesse an einer Architektur, die versucht, die physischen Grenzen zwischen Raum und Organismus zu verwischen, auf den Punkt. Die Mittel, die für eine derartige Veränderung der physiologischen Raumwahrnehmung eingesetzt werden, sind Lichtintensitäten, Gerüche oder hormonelle Substanzen. Philippe Rahm negiert in Anlehnung an Roland Barthes’ Essay Objektive Literatur (Roland Barthes: Am Nullpunkt der Literatur. Objektive Literatur. Zwei Essays. Hamburg, 1959) Bedeutung für die Architektur jenseits der Architektur und will sie so für Interpretationen und Modifikationen, für das Unerwartete und Unbekannte öffnen. So verstanden hinterfragt das Projekt Hormonorium die Sprache der Architektur von innen her, wenn mit quantifizierten Raumparametern gearbeitet wird: ein auf 14,5 Prozent reduzierter Sauerstoffgehalt im Raum, eine gleichzeitig auf 10.000 Lux erhöhte Lichtintensität.

Der Ausgangspunkt für Rahms Architekturen sind jeweils nachhaltige Gebäudetechnologien, die aber nicht, wie im Normalfall, auf ein vorgefertigtes Architekturprojekt hin entsprechend der gängigen Symbolismen und Benutzungen adaptiert werden. Die Technologien generieren vielmehr die architektonische Form. So werden Klimata und Atmosphären zum Leben kreiert. Philippe Rahms Architektur produziert Bedeutung mit der Sprache des Raumes und der Zeit. Sie versucht nicht zu illustrieren, sondern gibt Grund zur Illustration; sie repräsentiert nicht, sondern präsentiert Raum, Zeit, Klima und Physiologien.

Philippe Rahm wird von seinen aktuellen Projekten ein Haus für den Künstler Fabrice Hyber in Frankreich, eine Platzgestaltung in Danzig, Polen, und einen Pavillon für die Akademie der Künste im französischen Nantes berichten. Der Vortrag findet in englischer Sprache statt. Im Anschluss an den Vortrag laden wir zu Buffet und Umtrunk. >> mehr unter oegfa.at


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Detail, 10.02.2012