
Foto: Ira Nicolai
Es hat mittlerweile Tradition, dass die wichtigsten Sportnationen zu Olympischen Spielen in den gastgebenden Städten ihre „Nationenhäuser“ errichten oder anmieten. Sie dienen traditionell als Treffpunkt für Sponsoren, Sportler, Funktionäre, Journalisten und alle anderen, die ein Stück vom Medaillenglanz abbekommen möchten.
Für die kommenden Winterspiele in Vancouver hat sich die Wintersportnation Österreich in zweierlei Hinsicht etwas Besonderes einfallen lassen: Zum einen wird das „Österreichhaus“ nicht in Vancouver selbst, sondern im 80 Kilometer entfernten Whistler, dem Austragungsort der alpinen Skiwettkämpfe, errichtet. Zum anderen handelt es sich bei dem Gebäude nicht um irgendeinen Fertigbau, sondern um einen Botschafter des energieeffizienten Bauens – genauer gesagt, um das erste Passivhaus in Kanada. Geplant wurde es von den Wiener Architekten Treberspurg & Partner in Zusammenarbeit mit Christoph Treberspurg.

Foto: Ira Nicolai

Foto: Ira Nicolai
So beschreiben die Architekten ihren Entwurf: „ Als Ausgangspunkt des architektonischen Entwurfs dient ein Prototyp des Bauens in alpinen Regionen: ein traditioneller, kompakter, nach Süden orientierter Baukörper mit Satteldach. Das monolithische Erscheinungsbild wird durch die Verwendung der gleichen schwarzen Faserzementschindeln an der gesamten Dach- und Fassadenfläche verstärkt.
An einem spiralförmigen Element, welches im Erdgeschoß als Bar und Raumteiler, im Stiegenbereich und Obergeschoß als Brüstung fungiert, lagern sich die unterschiedlichen funktionalen Bereiche des Gebäudes an.

Zeichnung: Treberspurg & Partner
Das öffentlich genutzte Erdgeschoß mit Bar und Gastronomiebereich orientiert sich weitgehend zur südlich vorgelagerten Terrasse. Es bietet so die Möglichkeit der Nutzung einer großräumigen Veranstaltungsfläche mit Innen- und Außenbereichen. Die Kontinuität zwischen Innen und Außen wird durch großflächige Verglasung und das Weiterführen von raumbildenden Elementen des Innenraums in den Außenraum verstärkt. Es entsteht so der Eindruck eines in die Landschaft eingebetteten Gebäudebereichs.

Zeichnung: Treberspurg & Partner
Auch die Nachnutzung war bei der Entwicklung des „Österreichhauses“ ein wesentlicher Aspekt. Nach den Olympischen Spielen soll das Gebäude von der Gemeinde Whistler als Langlauf- und im Sommer als Mountainbike-Zentrum genützt werden.
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