Hintergrund

MOVE - Konstruktion in vier Dimensionen

Leibniz Universität Hannover
Institut für Entwerfen und Konstruieren
Abteilung Baukonstruktion
Prof. Michael Schumacher 

Konzept und Betreuung:
Oliver Schaeffer
Michael-Marcus Vogt 

Forschungsgruppe MOVE
Kinetische Architektur setzt sich mit drei der wesentlichen Herausforderungen an das Bauen der Zukunft auseinander: Wie können wir die Nutzungsbreite von Gebäuden langfristig erweitern? Wie können wir den Energiebedarf von Gebäuden drastisch reduzieren? Und wie können wir dynamische Bewegungen durch Gebäude abbilden, aufnehmen und lenken? In allen drei Bereichen spielen bewegliche Bauteile eine entscheidende Rolle: Sei es als öffenbare Dachkonstruktion, als dynamische Tageslichtlenkung oder als intelligent programmierter Aufzug. Die Forschungsgruppe MOVE wurde 2008 von Prof. Michael Schumacher, Oliver Schaeffer und Michael-Marcus Vogt gegründet. MOVE untersucht zum einen, wann und wie bewegliche Bauteile funktional sinnvoll eingesetzt werden können und zum anderen, welche technischen Ansätze sich für die konkrete Umsetzung der Bewegung eignen. Im Fokus steht die hohe gestalterische Qualität einer integrativen Lösung.  

Seminar MOVE – Konstruktion in vier Dimensionen
Bewegliche Konstruktionen werden in der Architektur eine immer wichtigere Rolle spielen. Entwerfer und Konstrukteure werden jedoch durch den Entwurf und die Umsetzung dieser Bauteile vor neue Herausforderungen gestellt, die in der traditionallen Baukonstruktionslehre nicht behandelt werden. In einer Serie von experimentellen Übungen und Fachvorträgen vermittelt das Seminar die entwerferischen und technischen Grundlagen zur Konstruktion in vier Dimensionen. Wir entwickeln Objekte, die funktionale Effizienz mit gestalterischer Eleganz verbinden. Im besten Fall bilden Konstruktion und Poesie weit über die Oberflächlichkeit kurzlebiger Bildwelten hinaus eine sinnfällige Einheit.


phase1 . analyse
design in motion

»Analysieren sie einen ästhetisch anspruchsvollen, beweglichen Gegenstand und stellen sie den Bewegungsablauf dar.«



größe: h 68mm, d 137mm bis 240mm material: rostfreier edelstahl
bewegungsablauf
der gemüsedämpfer lässt sich manuell auf- und zuklappen. dieser bewegungsablauf basiert auf zwei mechanismen: die 18 flügel sind über ösen beweglich mit den haken des tellers verbunden. die benachbarten flügel überlappen sich jeweils an einer stelle. dadurch wird der druck, der auf einen flügel wirkt, in einer kettenreaktion auf alle flügel übertragen. vorteilhaft ist der klappmechanismus, weil sich der durchmesser des dämpfers dem des topfes stufenlos anpassen kann. 

kerstin behrens . johanna bödcher . gregor janböcke   

der flügelkorkenzieher ist ein einfach zu handhabender korkenzieher zum öffnen verkorkter weinflaschen.  seine wichtigste komponente ist eine metallene schraubenspindel in verbindung mit den beiden flügeln. setzt man den korkenzieher auf den flaschenhals und dreht die spindel in denkorken bewegen sich die beidenflügel durch ein zahnrad nach oben. drückt man die flügel wieder nach unten wird der korken aus der flasche gezogen. der große vorteil liegt in der kraftersparnis, da sich der korkenzieher des hebelgesetzes zur verringerung des kraftaufwandes bedient. 

tania lembke . rené schirrmeister

phase2 . gestalt
skulptur in motion

»Entwickeln sie eine kinetische Skulptur, die eines der Grundprinzipien kinetischer Gestaltung verdeutlicht. Durch eine einfache Ausgangsbewegung soll eine komplexe, räumliche Folgebewegung ausgelöst werden.«



beschreibung
im „ruhezustand“ stellt sich die skulptur lediglich als ein schwarzer würfel in einer ecke der grundplatte dar. sobald die skulptur jedoch ausgelöst wird, zersplittert der würfel in mehrere richtungen zu raumhaltigen ecken. beim erneuten spannen fügt sich der würfel schließlich wieder zusammen.

kinetisches grundprinzip
das grundprinzip, auf dem die mechanik beruht, ist ein rechteckiger gelenkrahmen in dem über eine seiner diagonalen ein gummiband gespannt wird. durch die spannung des bandes nimmt der rahmen automatisch die form eines parallelogramms ein. durch das anschließen eines zweiten rahmens erreicht man in diesem „ruhezustand“ eine spannweite die fast zwei mal der höhe des gelenkrahmens entspricht. das spannen erfolgt dann über einen zwischen den befestigungspunkten (A und B) gespanntenstahlzug.  

chistian alles . oliver eppers 
 






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die klare, geschlossene und quadratische ausgangsform dieses transparenten turmes, soll durch einen im inneren liegenden mechanismus, welcher durch eine drehbewegung ausgelöst wird, zu einer freien und offenen skulptur aufgelöst werden. die geschichteten ebenenteile formen während des ablaufs eine choreographie aus schieben, kippen und ziehen. 
produktdaten:
abmessungen: 12,6 x 12,6 x 32 cm 
material: acrylglas gegossen; 
verzinkte stahlelemente
fügeprinzip: steck - und schraubverb. 

shahin anisi . erol slowy . andreas walter


das buckminster fuller-prinzip
acht gleichschenklige dreiecke sind an den ecken gelenkig miteinander verbunden, so dass keine ecke frei bleibt und das gefüge ein dreidimensionales objekt ergibt.
das objekt gilt als geschlossen, wenn ebenso jede kante an eine weitere kante stößt. diesen zustand könnte man als „8-seitige kiste“ oder als „2 aneinanderhängende 4-seitige pyramiden“ bezeichnen.
der körper öffnet sich, indem sich die kanten „von einander trennen“, so dass nur noch die ecken aneinander hängen. die freiflächen zwischen den dreiecken haben im absolut ausgeklappten zustand die form von quadraten. das objekt kommt der form einer kugel nahe.
es durchläuft während des öffnens und schließens drei der fünf platonischen körper (tetraeder, oktaeder, ikosaeder), indem nur eine der dreiecksflächen gedrückt oder gezogen und dabei nicht verdreht wird. das gegenüberliegende dreieck bleibt an seinem platz, während sich die anderen sechs dreiecke in allen dreiachsen bewegen. 

katharina carstens _ christina sackmann _ julia schlüter   


unser grundgedanke bei diesem projekt bestand darin einen einfachen öffnungsmechanismus in einer klaren form umzusetzen. durch die Wahl des scherenmechanismus haben wir eine komplexe dreidimensionale skulptur zusammengesetzt. hierbei lag unser schwerpunkt in der entwicklung der unterschiedlichen details.

florian dachauer . salar moussavi . thomas wojtowicz


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DETAIL 12/2009
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Detail, 10.02.2012