
Foto: Tim Soar
Der Standort von One Angel Lane, zwischen Cannon Street Station und London Bridge am Nordufer der Themse, war bis vor kurzem durch eine in den 70er-Jahren erbaute Telefonzentrale besetzt – ein wenig ansehnlicher Industriebau, der jahrzehntelang eines der besten und teuersten Grundstücke der Stadt blockiert hatte.

Foto: Tim Soar
Die Umweltwirkung des Umbaus wurde weiter reduziert, indem 98% der Abbruchmasse recycelt wurden. Hierfür erhielt das Bauunternehmen bereits während der Bauphase den „Gold Sustainable Award“ der City of London.
Der 49000 Quadratmeter große Gebäudekomplex umfasst Büro- und Ladenflächen in vier Einzelgebäuden. Im Norden rahmen zwei höhere Bürotürme ein mehrgeschossiges Atrium. Zwischen den beiden niedrigeren Gebäuden im Süden ist ein öffentlicher Freibereich am Flussufer entstanden.
Jede der energetisch hocheffizienten Fassaden wurde auf ihre Ausrichtung und die jeweils erwartete Sonneneinstrahlung abgestimmt. Die beiden Bürotürme sind außen mit Glasscheiben verkleidet, auf die Pixelbilder in Grün- und Blautönen aufgedruckt wurde. Die Bedruckung verschattet den Innenraum, die freien Ausblicke bleiben jedoch erhalten. Sie reichen weit über den Fluss, von der Tower Bridge bis zum Riesenrad „London Eye“. An dem Flachbau im Südwesten des Neubaukomplexes verschattet dagegen eine von massiven Eichenstützen getragene, horizontale Lamellenstruktur die südlichen Fassadenflächen.

Foto: Tim Soar
Nach Angaben von Fletcher Priest Architects verbraucht One Angel Lane 20% weniger Energie, als es die neuen britischen Bauvorschriften fordern – ein seltener Standard für die City of London. Über 2200 Quadratmeter Dachfläche wurden begrünt und auf dem Atriumdach Photovoltaikmodule installiert. Auch das Hotel- und Bürogebäude im Südosten erhielt ein Photovoltaikdach. 850 Quadratmeter Module machen es offiziell CO2-neutral; ferner sind die Büroebenen hier ausschließlich natürlich belüftet. Im Zwischenraum der Doppelfassade wurden Verschattungselemente aus Holzlamellen installiert, die automatisch der Sonnen nachgeführt werden und so eine Überhitzung der Büros verhindern.

Zeichnung: Fletcher Priest Architects








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