
In Ordos mitten in der Mongolei brauchte der chinesische Unternehmer Cai Jiang ein Museum für seine Sammlung. Nun schwebt ihm zusätzlich ein ganzes Städtebauprojekt in Form einer Künstlerkolonie mitten in der Sandwüste vor, die den Namen „Ordos 100“ tragen soll.
Zu seinem Vorhaben lädt der Unternehmer 100 Architekten aus aller Welt ein, die sich zum Städtebauprojekt Gedanken machen und Ideen produzieren sollen. Eine halbe Milliarde Euro hat er für die neue Stadt in der mongolischen Steppe vorerst veranschlagt. Und unter der Schirmherrschaft seines Freundes Ai Wei Wei stehen die Chancen nicht schlecht renommierte Büros für seine Vision zu gewinnen.
Wenn die Infrastruktur und die Gebäude dann vollständig vorhanden sind, fehlen jedoch zuerst einmal noch Käufer, Bewohner oder Firmenniederlassungen. Bisher ist diebezüglich noch nicht viel geschehen, obwohl Peking lediglich zwei Flugstunden entfernt ist.
Vielleicht sind die klimatischen Bedingungen schuld, schließlich sind in dieser Gegend im Sommer mit plus 40 Grad und im Winter dann minus 40 Grad zu rechnen. Kultur in die Steppe zu bringen und eine lebendige Künstlerstadt zu entwickeln fordern bekanntermaßen immer auch Entbehrungen.
Aber hat eine solche Künstlerstadt wie „Ordos100“ mit Künstlerkolonien wie dem Monte Veritá bei Ascona, Pietrasanta in der Toskana, Worpswede oder gar der Mathildenhöhe in Darmstadt wirklich etwas zu tun?

Foto: www.ordos100.com
Tina Seyffert








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