Recycling

Produkte für die Kreislaufwirtschaft: Erste Erfahrungen aus der Praxis

Ein Leben ohne Abfall ist möglich, so lautet die Kernthese der Verfechter geschlossener Stoffkreisläufe. Zumindest ohne Abfall, wie wir ihn kennen. Zahlreiche Unternehmen haben bereits erste Produkte und Herstellungsprozesse auf dieser Basis entwickelt.

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Ein T-Shirt, das sich im Komposthaufen komplett zersetzt. Schuhe, deren abgelaufene Sohlen der Hersteller zurücknimmt, um sie zu rezyklieren. Ein Bürostuhl, der sich in seine Einzelteile zerlegen und wieder verwerten lässt: Dies sind nur einige Beispiele, die zeigen, wie intensiv einzelne Industrieunternehmen derzeit an geschlossenen Materialkreisläufen in der Herstellung und Nutzung ihrer Produkte arbeiten.

Zu den ersten Industriezweigen, die sich den Recyclinggedanken konsequent zu eigen machten, gehörten die Automobil- und die Textilindustrie. 2003 stellte Ford bei der Auto Show in Washington die Studie „Model U“ vor, ein Automobil für das 21. Jahrhundert – mit Wasserstoff-Hybridantrieb und einer Konstruktion, deren Materialien weitestgehend wieder verwendet werden können. Die Sitzbezüge aus Polyester waren 100% recyclingfähig, Innendecke und Innenfußboden bestanden aus Polylactid, einem biologisch abbaubaren Polymer. Für den Schaumstoff der Sitze wurde Polurethanschaum verwendet, der aus Sojabohnen gewonnen wird. Einzelne Bauteile wie etwa die Armlehnen waren bei allen Sitzen baugleich, so dass das Auto insgesamt aus weniger Komponenten besteht. Dies sollte die Produktion effizienter machen und die Lagerhaltung sowie den späteren Austausch der Bauteile vereinfachen.

2008 ging Fiat mit der Studie „Phylla“ noch einen Schritt weiter: Bei dem 750 Kilogramm schweren Elektroauto besteht die gesamte Karosserie über dem Aluminiumrahmen aus kompostierbarem Bio-Kunststoff. Überdies sollen beim Phylla eingebaute PV-Zellen einen Teil der Antriebsenergie decken. Ihr Ertrag soll für rund 12 bis 18 Kilometer pro Tag ausreichen.

Im Bereich der Textilindustrie hat Trigema mit dem T-Shirt „Wellness“ die erste zu 100% kompostierbare Produktreihe auf den Markt gebracht. Deutlich komplexer ist die Aufgabe, die sich das Salzburger Start-Up-Unternehmen Wexla GmbH gestellt hat. Es entwickelt derzeit einen Schuh, der die Grundsätze der „mass customization“ und der Wiederverwertbarkeit miteinander verknüpfen soll. Der Kunde stellt sich aus drei Bestandteilen - Sohle, Fußbett und Oberteil – seinen individuellen Schuh zusammen. Die Herausforderung besteht nun darin, für jedes der drei Teile Materialkombinationen zu finden, die entweder biologisch abbaubar oder 100% rezyklierbar sind.

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Detail, 10.02.2012