
Georg W. Reinberg im Vorwort von „Reinberg. Ökologische Architektur.“
Viele bisherige Publikationen zum Thema, schreibt Georg Reinberg im Vorwort seines jüngsten Buchs weiter, krankten daran, dass sie das Thema einseitig entweder zu technisch oder zu philosophisch aufgriffen und Thesen aufstellten, die die oft willkürlich ausgewählten Projektbeispiele nicht bestätigten. Reinberg selbst geht anders vor: Er dokumentiert und beschreibt mehr als 40 Projekte selbst und streut dazwischen ein Dutzend Aufsätze und Vortragstexte von eigener Hand ein. All dies ist streng chronologisch sortiert und erlaubt so die parallele Lektüre von Denken und Bauen eines der wichtigsten Vertreter seiner Zunft. Die Projekttexte sind äußerst detailliert und beinhalten auch die – bei einem Projektalter von bis zu 25 Jahren – gebotene rückblickende Einordnung und Bewertung.
Angefangen bei den ersten selbst organisierten Wohnbauprojekten Reinbergs, zeigt das Buch anschaulich dessen gedanklichen und architektonischen Werdegang auf. Der zeittypische Wechsel der Baustile und Konstruktionsmethoden ist dabei unverkennbar: Die offenen Balkenkonstruktionen sind seit den 90er-Jahren seltener, die Bauweise insgesamt schlanker und glatter geworden. Die früher omnipräsenten Wintergärten sind anderen Strategien der passiven Solarenergienutzung gewichen. Neue Bauaufgaben kamen hinzu: Während der Wohnbau nach wie vor den Kern von Reinbergs Bauschaffen bildet, hat er es heute ebenso häufig mit Schulen, Kindergärten, Gemeindehallen und immer öfter mit Sanierungen zu tun. Auch mit neuen Konstruktionselementen experimentiert Reinberg – so realisierte er 2002 ein Passivhaus aus Lehm-Stroh-Fertigelementen. Dennoch ist bei allen im Buch gezeigten Bauten eine Konstante sichtbar: die entwurfliche Integration der Sonnenergienutzung vom ersten Moment an – und nicht erst später in Form applizierter Kollektoren oder PV-Module.
Georg W. Reinberg (Hg.): Ökologische Architektur. Springer Verlag, Wien 2008, 348 S., ISBN 978-3-211-32770-8, € 49,94








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